{"id":175,"date":"2021-01-28T22:30:48","date_gmt":"2021-01-28T21:30:48","guid":{"rendered":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=175"},"modified":"2021-01-28T22:30:48","modified_gmt":"2021-01-28T21:30:48","slug":"das-fragezeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=175","title":{"rendered":"Das Fragezeichen"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:35px\">Trotzdem es schon sp\u00e4t ist, kann ich nicht schlafen. Meine Gedanken sind irgendwie noch nicht im Feierabendmodus. Ich denke dar\u00fcber nach, wie es weiter geht, also in meiner Geschichte, meine ich. Ich habe so viele Ideen, dass reicht f\u00fcr ganz viele Geschichten, doch irgendwie kriege ich es nicht wirklich in Worte gefasst und auf Papier, also in den PC. Eigentlich k\u00f6nnte ich ja an mehreren gleichzeitig arbeiten, dann verzettel ich mich aber bestimmt und der Text aus der einen steht in einer der vielen anderen Geschichten und ich wei\u00df dann nicht mehr was wohin geh\u00f6rt. Ich stelle mir gerade vor, dass Rumpelstilzchen bei Frau Holle mit mischt. Was f\u00fcr eine gruselige Vorstellung. Obwohl ein wenig schmunzeln muss ich ja schon bei dem Gedanken, dass Rumpelstilzchen vor Wut sch\u00e4umend das Bettzeug sch\u00fcttelt und den Schneefall etwas arg verst\u00e4rkt. Das w\u00e4ren dann sicherlich die so genannten Schneest\u00fcrme. Ich lass mal lieber die M\u00e4rchen in Ruhe\u2026.besser ist das und kehre mal ganz fix zur\u00fcck zu meiner Geschichte. Vielleicht hilft mir ja ein Kaffee auf die richtige Spur.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Bin gleich zur\u00fcck\u2026.. Huhu, da bin ich wieder, mit dabei mein Grundnahrungsmittel Kaffee, hei\u00df, stark mit Milch im XXL-Becher und Musik l\u00e4uft auch im Hintergrund. Damit die Stille nicht zu laut wird.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Da f\u00e4llt mir eine Begebenheit ein, eine so unsch\u00f6ne, bei der ich am Liebsten sofort im Erdboden versinken wollte, die ich absolut keinem w\u00fcnschen w\u00fcrde. Im Nachhinein betrachtet nach der langen Zeit ist es f\u00fcr mich zu einer Anekdote geworden, die schon fast l\u00e4cherlich klingt, zumindest der negative Teil. Ich erz\u00e4hl es einfach und der Leser kann dann selbst entscheiden, wie das einzuordnen ist.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Es war einmal\u2026&#8230;schmunzel, nein so beginnt es nat\u00fcrlich nicht\u2026..<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Ab und an gehe ich ganz gern mal in die B\u00e4ckerei, die mit dem angeschlossenen kleinem Caf\u00e9, einen Kaffee trinken und nat\u00fcrlich leckeren Kuchen naschen. Fu\u00dfl\u00e4ufig gut zu erreichen. Also wenn ich dort ofenfrische Br\u00f6tchen kaufe, sind die auch noch hei\u00df genug um sich die Finger daran zu verbrennen, wenn ich schon wieder zu Hause bin.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Ein paar Wochen nachdem meine Beziehung ein j\u00e4hes Ende hatte, ich noch wie ein verletztes Tier am Wunden lecken war, mein Seelchen etliche Kratzer nebst vielen Pflastern hatte, ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, jemals wieder Vertrauen zu einem menschlichen Wesen zu haben, bin ich am sp\u00e4ten Vormittag in diesem Caf\u00e9, mein Lieblingsplatz, ein kleiner Bistrotisch im hinteren Bereich, ist frei und ich bin mit einem s\u00fc\u00dfen Fr\u00fchst\u00fcck, bestehend aus Kaffee und frischen Br\u00f6tchen mit Butter und Brombeergelee dort besch\u00e4ftigt. H\u00e4nge Gedankenverloren in meiner aktuellen Geschichte, verschenke auch den einen oder anderen Gedanken an neue Geschichten und kriege nur am Rande von dem mit, was um mich herum passiert. Zwischendurch sind meine Gedanken auch mal im Hier und Jetzt anwesend, damit ich mir nicht in die Finger s\u00e4bele, wenn ich das Br\u00f6tchen aufschneide, mit der Butter zart bestreiche, das Gelee darauf drapiere und vor allem mir nicht in die Finger bei\u00dfe, wenn ich das Br\u00f6tchen esse und beim Kaffee trinken nicht kleckre, sondern nur genie\u00dfe. Mittlerweile sind die Tische alle besetzt auch die als Raumteiler aufgestellten Stehtische sind besetzt. An dem einen Tisch steht ein sehr m\u00e4nnliches freundliches Einzelst\u00fcck, welches ich schon oft hier gesehen habe, auch schon zu der Zeit als ich noch eine feste Beziehung hatte, so dass wir durch Kopfnicken einen Gru\u00df andeuten, hin und wieder treffen sich unsere Blicke, bleiben einen Augenblick vereint, reden stumm, dann sehe ich ein warmes sehns\u00fcchtiges fast scheues L\u00e4cheln, was ich mit einem L\u00e4cheln quittiere und das war es dann auch schon mit Konversation. Selbst die Stimme ist mir g\u00e4nzlich unbekannt, da wir noch kein Wort gewechselt haben.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">An dem anderen Stehtisch ist ein P\u00e4rchen, das habe ich hier noch nicht gesehen, kenne ich gar nicht, die Frau, durchgestylt, sehr jung, mit dem R\u00fccken zu mir, die M\u00e4nner ungef\u00e4hr im gleichen Alter und schwer zu sch\u00e4tzen, ob vielleicht etwas \u00e4lter als ich oder so.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Ich bin also wieder versunken in meine Geschichte und schreibe mir ein paar Notizen ins Handy. Als ich ganz abrupt aus meinen Gedanken gesto\u00dfen werde, weil dieses P\u00fcppchen an meinem Tisch steht und mich laut anblafft, ich m\u00f6ge ihr Herzchen in Ruhe lassen und nicht angraben. Ich bin total erschrocken zusammen gefahren. Im ersten Moment war ich irritiert dann sekundenlang v\u00f6llig sprachlos, konnte die Situation \u00fcberhaupt nicht direkt zu ordnen. Bestimmt habe ich so selten d\u00e4mlich wie ein Toastbrot oder zumindest mit dem IQ eines solchem, aus der W\u00e4sche geschaut. Es dauerte etliche Sekunden oder waren es nur gef\u00fchlte Sekunden, bis ich auf dem Schirm hatte um was es ging. \u201eHallo?! Geht es noch? Was hab ich mit so vernebelter Wahrnehmung zu tun?\u201c Mir war nicht entgangen, dass ihr Herzchen \u00f6fter mal an ihr vorbei und nach anderen Frauen schaute, die Auswahl war recht gro\u00df im Moment. Aber um das zu tun, daf\u00fcr war er, ohne Frage, alt genug und au\u00dferdem kam von mir keine Reaktion, keine Animation und auch kein Blickkontakt. Ich m\u00f6chte mal behaupten, dass ich nicht seinem Beuteschema entspreche. Zumindest ist er nicht im geringsten mein Beuteschema. Der Gedanke er k\u00f6nnte mich ber\u00fchren, gruselt mich und mir ist sofort atok kalt. Das laute Gezeter von dem P\u00fcppchen lass ich mal ungeschrieben. Sonst liest es sich wie ein W\u00f6rterbuch, nebst Anleitung f\u00fcr Schimpfw\u00f6rter mit einer eigenen sehr kreativen Wortsch\u00f6pfung und die vielen \u201ePieps\u201c lass ich auch weg, weil das wieder zu langweilig w\u00e4re. Es war also schlagartig alles ruhig und jeder starrte her\u00fcber. Vielleicht kennt der Leser das Gef\u00fchl, wenn man sich w\u00fcnscht &#8211; beam me up Scotty &#8211; wie in dem Sciencefiction Film Enterprise, mit Scotty dem Bordingenieur und man wei\u00df genau es wird nichts dergleichen passieren? Dem Herzchen war es anscheinend peinlich und er sa\u00df offensichtlich wie ein H\u00e4ufchen Elend da und brachte keinen Ton raus und machte auch keine Anstalten dem Spuk ein Ende zu bereiten. In dem Moment tat er mir leid, denn das war bestimmt nicht die erste und sicherlich auch nicht die letzte Szene von ihr. Die Bedienung kam und bat das P\u00fcppchen ruhig zu sein oder zu gehen. Das war jetzt definitiv sehr unklug formuliert und nicht so ganz der richtige Satz, \u00d6l ins Feuer gie\u00dfen traf da schon eher zu. Sofort schoss sie ihr Herzchen an, ob diese Frau auch eine von seinen \u201ePiep\u201c\u2026 \u201ePiep\u201c &#8230; ist? Eine Antwort kam nicht. Aber daf\u00fcr stand das m\u00e4nnliche freundliche Einzelst\u00fcck unvermittelt neben ihr, herrschte sie mit einem energischem: \u201cSchluss jetzt!\u201c an und stoppte damit, ich will es mal freundlich beschreiben, den Redeschwall. Sie klappte perplex den Mund zu. Diese Art Gegenwind scheint sie nicht zu kennen, aber augenscheinlich zu brauchen, stolperte mir der Gedanke durch den Kopf und meine Gesichtsfarbe wechselte von ganz blass in meine normale Farbe. Allm\u00e4hlich verflog auch das peinlich ber\u00fchrt sein der anderen G\u00e4ste und vereinzelt, zaghaft kamen die Gespr\u00e4che wieder in Gang. Das P\u00fcppchen raffte ihre Sachen zusammen, nahm ihr Herzchen und verlie\u00df fast schon fluchtartig die B\u00e4ckerei. Das m\u00e4nnliche freundliche Einzelst\u00fcck stand wieder an seinem Tisch, unsere Blicke trafen sich und ruhten ineinander. Mir hatte die Szene erheblich auf den Magen geschlagen. In diesem Moment sehnte ich mich in Arme die mich halten, mir Geborgenheit geben und wollte nur noch nach Hause. Ich r\u00e4umte mein Tablett in das Regal f\u00fcr benutztes Geschirr und als ich in H\u00f6he seines Stehtisches war, bedankte ich mich leise f\u00fcr die Hilfe. \u201eHm, ich hoffe, ich habe Sie nicht auch noch erschreckt!?\u201c Jetzt klang die dunkle Stimme warm, weich, sehr angenehm, ein sch\u00f6nes Timbre und mir fiel auf. \u201eNein, das haben Sie nicht. Dankesch\u00f6n.\u201c und war auch gleich raus. Drau\u00dfen atmete ich ein paar mal tief ein und aus, konnte noch seinen dezenten angenehmen Duft schmecken und machte mich auf den Heimweg. Zu Hause habe ich mich in mein Arbeitszimmer verkr\u00fcmelt, bei leiser Hintergrundmusik meine Notizen sortiert und versucht an meiner Geschichte weiter zu schreiben. So ganz lie\u00df mich die Sache noch nicht los. Ein paar Stunden sp\u00e4ter schlich sich auch der Kaffeedurst wieder in meinen Bauch und mit einer Tasse frisch gebr\u00fchtem Hei\u00dfgetr\u00e4nk bin ich wieder in meinem Arbeitszimmer verschwunden, mit besserer Motivation.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Am \u00fcbern\u00e4chsten Tag bin ich dann auf dem Wege in diese B\u00e4ckerei, weil ich Brot brauche. Ich bin z\u00fcgig fertig und schon im Rausgehen, da f\u00fchle ich, dass ich beobachtet werde. Beim Hochschauen trifft mich der ruhige Blick von dem m\u00e4nnlichen freundlichen Einzelst\u00fcck, meinem Retter. Ich nicke einen Gru\u00df, l\u00e4chle ihn an und will gerade fragen ob ich ihn auf einen Kaffee einladen darf, als Dankesch\u00f6n f\u00fcr die Hilfe vor zwei Tagen, da sehe ich wie das Herzchen von dem P\u00e4rchen auf mich zusteuert. Mir war sofort kalt und meine Gesichtsfarbe wechselt in ganz blass. Was wird passieren, wenn das P\u00fcppchen auch gleich hier auftaucht. Ich bezweifle, dass sie ruhig bleibt. Da steht er auch schon vor mir und sagt, dass er gestern auch hier war, um mich zu treffen, sehr beeindruckt war, dass ich so ruhig geblieben bin, als sein P\u00fcppchen so schlecht drauf war und er mich gern n\u00e4her kennen lernen m\u00f6chte und ob ich mit ihm Essen gehen w\u00fcrde? Also war mein Mitleid mit ihm v\u00f6llig fehl am Platz, die Reaktion vom P\u00fcppchen zwar \u00fcberzogen und in diesem Fall an der falschen Adresse aber an sich hatte sie recht. Ich muss wohl unbewusst, durch Kopfsch\u00fctteln, verneint haben. Mein Retter griff meinen Arm, zog mich dichter an seinen Tisch und hat ihn mit energischem Ton aufgefordert mich in Ruhe zu lassen. Einen Augenblick z\u00f6gerte das Herzchen noch, dann trollte er sich kommentarlos. \u201eIch kann gar nicht oft genug danke sagen!\u201c, kam es leise von mir. \u201eSollte nicht zur Gewohnheit werden, sonst sind die Gespr\u00e4che so eint\u00f6nig. Ist bestimmt nicht der richtige Moment, aber ich w\u00fcrde mich freuen, wenn Sie mit mir einen Kaffee trinken.\u201c Gespannt wartete mein Retter auf eine Antwort. Ich l\u00e4chelte wieder, dass ich den Kaffee gern mit ihm trinke, aber an einem anderen Tag. Ich fing einen skeptischen entt\u00e4uschten Blick auf, aber er sagte nichts weiter. Schon stand ich auf der Stra\u00dfe, ging mit gemischten Gef\u00fchlen nach Hause und atmete noch seinen dezent angenehmen Duft.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Das Herzchen ging mir erheblich auf den Keks, mehr noch \u00e4rgerte ich mich \u00fcber meine Sprachlosigkeit, in dieser Situation. Zu einem anderen B\u00e4cker wechseln wollte ich auch nicht. Zum einen war das nicht fu\u00dfl\u00e4ufig und zum anderen h\u00e4tte ich dann auch nicht meinen Retter wiedergesehen, um mein Versprechen mit ihm einen Kaffee zu trinken, einzul\u00f6sen. Was f\u00fcr eine groteske Situation. Eine Weile, mit XXL-Becher Kaffee, schmollte ich in meiner Lieblingsecke. Das Croissant bleibt vorerst unbeachtet. Der Kaffee ist ausgetrunken und mein Seelchen hat noch ein Pflaster mehr. Zur\u00fcck in meinem Arbeitszimmer tauchen die Gedanken schnell wieder ab in meine Geschichte. Nach intensiv konzentriertem Arbeiten r\u00e4kel ich mich und mein Bauch schimpft energisch \u00fcber Totalausfall wegen Hunger. Schmunzelnd erinnere ich mich daran, dass das Croissant noch nicht gegessen ist. Also ab in die K\u00fcche und eine Pause einlegen. Mit dem Croissant in der Hand kommt auch die Erinnerung wieder. Nein nicht die negative Erinnerung an das Herzchen und sein P\u00fcppchen, die sind mir inzwischen v\u00f6llig egal, sondern die sch\u00f6ne Erinnerung an meinen Retter, an das angenehme kribbelige Gef\u00fchl als seine warme Hand mich am Arm ber\u00fchrt hat, an sein scheues L\u00e4cheln, was bis in seine Augen reicht, schleicht in meine Gedanken und bleibt dort ganz frech sitzen. Ich muss unbedingt auf andere Gedanken kommen, seufze ich und \u00fcberlege was ich tun kann. Das Wetter ist angenehm, die Sonne scheint, ein leichter warmer Wind geht, wohin auch immer er unterwegs ist, l\u00e4dt ein zu einem langen Spaziergang. Allein macht das nicht wirklich Spa\u00df, aber lenkt die Gedanken ab und pustet den Kopf frei. Die frische Luft tut gut, der sanfte warme Wind streichelt Haut und Seelchen und selbiges kommt allm\u00e4hlich zur Ruhe. Meine Gedanken, weit weg von den abenteuerlichen Begebenheiten der letzten Tage, fliegen auf Schwingen der Phantasie der Zeit voraus. Gedankenverloren tappe ich den Waldweg entlang, begleitet von diesem frechen, scheuen L\u00e4cheln, was prickelnd in meinem Kopf rumspukt. Wie immer habe ich das Umfeld weitr\u00e4umig ausgeblendet. Im Wald fahren keine Autos, die Rehe werden mich bestimmt nicht umrennen, die Kaninchen mir keine Haken stellen, die Waldameisen tun mir nichts, also kann mir nichts schlimmes passieren, dachte ich und achte nur darauf dass ich nicht \u00fcber ein Ameisenskelett stolpere. Dadurch habe ich auch den einzelnen Spazierg\u00e4nger nicht gesehen, der mich eine Weile beobachtet und dann weiter geht. Aber das Leben spricht eine eigene Sprache. Ein \u201eHallo\u201c lie\u00df mich erschreckt zur Seite springen. Mein Puls und Blutdruck haben sich aus dem normalen Standby Modus abrupt in ungesunde H\u00f6henfl\u00fcge katapultiert. Nach endlosen Sekunden, ist auch meine Atmung wieder auf dem normalen Level von ein und ausatmen und mein Denken setzt wieder ein. \u201eEntschuldigung ich wollte Sie nicht erschrecken.\u201c Es ist mein Retter aus der B\u00e4ckerei. \u201eIst schon ok. Ich war zu sehr mit meinen Gedanken besch\u00e4ftigt und habe wie so oft nichts mitbekommen.\u201c Wie selbstverst\u00e4ndlich geht er ein St\u00fcck des Weges mit mir und beim unkompliziertem Smalltalk \u00fcber dies und das, die H\u00e4nde untermauern das gesagte gestenreich und ber\u00fchren sich zuf\u00e4llig und oft dabei. Seine Gesellschaft, mit ihm zu sprechen, ist angenehm und krabbelt mir undefiniert unter die Haut. Ein bisserl tut es mir leid, als er sich verabschiedet. Mit gut ausgel\u00fcfteten Gedanken und Kaffeedurst bin ich zur\u00fcck in meiner Wohnung, koche mir einen starken Kaffee, dazu Schokolade und verkr\u00fcmel mich in meiner Lieblingsecke unter meine Flauschdecke. In Gedanken spinne ich an meiner Geschichte. Jetzt muss das ganze noch aufs Papier bzw in den PC.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Mein Kaffee ist getrunken, der Becher bereits kalt, mit einem L\u00e4cheln tappe ich barfu\u00df in mein Arbeitszimmer und tippe flei\u00dfig motiviert und konzentriert die Gedanken in den PC. Geschafft. Die Geschichte ist fertig. Morgen noch mal Korrekturlesen und dann ist die Geschichte ganz fertig. Nun kann ich mir beruhigt Feierabend g\u00f6nnen. Drau\u00dfen ist es schon dunkel und ohne Blick auf die Uhr tappe ich barfu\u00df in Richtung Bad f\u00fcr eine Katzenw\u00e4sche, auf dem Wege r\u00e4ume ich den Rest in der K\u00fcche auf und geh in mein Bett. H\u00e4tte ich jetzt nicht gedacht, dass das Sandm\u00e4nnchen so ein schnelles Kerlchen ist. Ich bin fast gleich nach dem Zudecken ins Land der Tr\u00e4ume gereist. Mein Kopfkino funktioniert einwandfrei, auch wenn ich im Schlafmodus bin, fliegen meine Gedanken pfeilschnell auf den Fl\u00fcgeln eines jagenden Adlers ins Nirvana. Baden in warmen Sonnenstrahlen, tanzen wie Bl\u00e4tter im Wind und die Ereignisse des Tages verlieren g\u00e4nzlich an Bedeutung, au\u00dfer<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">diesem frechen scheuen L\u00e4cheln, das begleitet mich durch meine Tr\u00e4ume. Bringt das Lied der Sehnsucht nach N\u00e4he und Zweisamkeit in mir zum Klingen. Der Gedanke von den H\u00e4nden die zu diesem L\u00e4cheln geh\u00f6ren ber\u00fchrt, gestreichelt zu werden, entfacht eine sachte Erregung durch die Adern sickernd, f\u00e4ngt sich im Bauch. Entfaltet ein warmes wohliges Gef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Am n\u00e4chsten Morgen wache ich mit einem L\u00e4cheln auf, bin voller Tatendrang. Nach einem hei\u00dfen Schaumbad und einem Wohlf\u00fchl Programm sitze ich bei frisch gebr\u00fchtem hei\u00dfem Kaffee in der K\u00fcche, st\u00f6bere durch die Zeitung und \u00fcberlege was ich als n\u00e4chstes mache. Einkaufen steht ganz gro\u00df an erster Stelle auf meiner Liste. Da ich aber keine gute Freundschaft mit einkaufen hege, versuche ich das immer weit raus zu z\u00f6gern. Manchmal gelingt mir das ja so ein paar Tage, aber irgendwann muss es sein und dieses Muss ist heute. Also bade ich in Verbindung mit einem zweiten XXL-Becher Kaffee in Selbstmitleid und bin am Grummeln, weil es kein anderer f\u00fcr mich machen wird. Ergo je eher ich losgehe desto eher ist es fertig und ich wieder zu Hause. Mit Schlappohren und einem Sto\u00dfseufzer schlappe ich ins Schlafzimmer, streife Jeans und T-Shirt \u00fcber, Einkaufskorb, Handy, Schl\u00fcssel, Geldb\u00f6rse und los. Auf halber Strecke stelle ich fest, der Einkaufszettel liegt noch auf dem K\u00fcchentisch. F\u00e4ngt ja toll an, grusel ich mich und laufe wieder zur\u00fcck. Auch der Einkaufsladen ist fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar. Ich \u00fcberlege, mir als kleines Highlight auf dem R\u00fcckweg Kaffee und Kuchen in der B\u00e4ckerei zu g\u00f6nnen, dann spare ich mir das Kochen. Der Gedanke vers\u00f6hnt mich ein wenig, da der B\u00e4cker auf dem direkten Weg liegt. Uuups erwischt, nat\u00fcrlich auch die stille Hoffnung, dass ich das freche L\u00e4cheln live sehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Das Einkaufen ging recht flott, da ich nur die Liste abgearbeitet habe und mich nicht l\u00e4nger als unbedingt n\u00f6tig dort aufhalte. Noch in Gedanken mit einkaufen besch\u00e4ftigt schaue ich nat\u00fcrlich nicht, wo ich lang laufe und rempel jemanden an. Im Weitergehen, murmel ich eine Entschuldigung. \u201eSo einfach geht das nicht!\u201c, sagt eine Stimme zu mir und die dazu geh\u00f6rende Person versperrt mir den Weg. Leichte Panik durchzieht meinen K\u00f6rper und ich schaue irritiert in das belustigte Gesicht meines Retters. Mein Blutdruck noch auf gleicher H\u00f6he mit der Eifelturmspitze, beruhigt sich wieder, ich entschuldige mich noch einmal und \u00fcberlege krampfhaft wo er so pl\u00f6tzlich herkommt. \u201eHaben Sie Lust mit mir einen Spaziergang zu wagen, das sch\u00f6ne Wetter bettelt f\u00f6rmlich und dr\u00e4ngt zum drau\u00dfen rumlaufen.\u201c \u201eAn sich ist es eine gute Idee. Ich muss aber meinen Einkauf nach Hause bringen und die Schuhe tauschen, sonst ist es eher ein Hindernisrennen als ein Spaziergang.\u201c Ein am\u00fcsierter Blick erreicht meine Schuhe und das Schmunzeln sagt mir, dass wir die Meinung teilen. Er begleitet mich bis zu meiner Wohnung. Manchmal kann ich auch richtig fix sein, dann sind sogar meine Gedanken zusammenh\u00e4ngend im Hier und Jetzt. Er braucht nicht lange vor der T\u00fcr auf mich zu warten und los geht es. Am See entlang, parallel zum Park, direkt in den Wald. In angeregtem Gespr\u00e4ch mit ihm, wir reden beide mit Unterst\u00fctzung der H\u00e4nde und ber\u00fchren uns dabei des \u00f6fteren. Was ich durchaus als sehr angenehm empfinde, in vielen Themen scheint er sich gut auszukennen, ganz oft teilen wir die gleiche Sichtweise, die Zeit ist schnell verflogen, ich genie\u00dfe die Zeit und das unkomplizierte Gespr\u00e4ch. Auch entstehende Pausen sind nicht unangenehm, sondern geh\u00f6ren irgendwie dazu. Mir entgeht nicht, dass der Abstand zwischen uns enger wird, dass seine Finger immer n\u00e4her kommen und nach einer Weile ber\u00fchren sich unsere H\u00e4nde. Es f\u00fchlt sich gut an. Ich suche nach einer Antwort in mir auf seine Wort freie Frage, schaue hoch und unsere Blicken treffen sich, ruhen in einander, halten sich fest f\u00fcr ein paar lange Sekunden, dann schaue ich weg und wir laufen weiter.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch wei\u00df, dass es noch zu fr\u00fch ist und du sicher noch nicht bereit bist f\u00fcr eine neue Beziehung. Ich will dich auch nicht dr\u00e4ngen oder bedr\u00e4ngen. Vielleicht kannst du mich ein St\u00fcck weit verstehen. Als ich dich sah, traf mich dein Lachen, ersch\u00fctterte meine kleine heile Welt in ihren Grundfesten. Dein L\u00e4cheln hat meine Seele ber\u00fchrt und erweckte so vieles in mir, was ich l\u00e4ngst verloren glaubte. Aber du warst in einer scheinbar intakten Beziehung, darum versuchte ich so weiter zu leben wie bisher. Doch ich kann nicht mehr zur\u00fcck, zu sp\u00e4t um weiter zu leugnen. Vergessen kann ich dich nicht, du bist so zum greifen nah und doch so endlos fern. Unter all diesem verworrenen Chaos keimt ein winziges kleines K\u00f6rnchen Hoffnung und wenn du in meine Tr\u00e4ume kommst, bist du in meinen Armen, mir ganz nah, entfacht die Sehnsucht nach N\u00e4he, nach Zweisamkeit, getragen und gehalten werden. Nach z\u00e4rtlichen K\u00fcssen, Lippen die den Spuren der H\u00e4nde folgen. In meinem Traum bist du der Wind in meinen Fl\u00fcgeln, schweben wir leicht wie eine Feder im Wind, erklimmen die h\u00f6chsten Gipfel der Lust, schreiben Wunder in die Wolken, schmecke ich deinen Duft, so s\u00fc\u00df, so zart. Dann sp\u00fcre ich den Frieden der Nacht, so sanft wie deine H\u00e4nde im Einklang der Gef\u00fchle. Die Sehnsucht nach dir ist f\u00fcr diese kurze Zeit ertr\u00e4glich. Bitte, sag mir, ob meine Tr\u00e4ume eine echte Chance haben?\u201c Mein erster impulsiver Gedanke ist, davon zu laufen. Meine kleine kesse vorlaute Stimme wispert, was machst du hier eigentlich und was willst du tats\u00e4chlich? \u201eIch wei\u00df es wirklich nicht, wei\u00df nicht was richtig oder falsch ist, was ich will oder nicht will. Aber ich wei\u00df: keine Gef\u00fchle, keine Verletzungen. Die Wunden meiner gescheiterten Beziehung sind noch nicht abgeheilt, die Kratzer schmerzen, sind noch gut f\u00fchlbar und irgendwie sind da noch so viele Pflaster auf meinem Seelchen. Das Pfl\u00e4nzchen Vertrauen braucht viel Pflege und Zeit.\u201c Stumm laufen wir weiter, keine unangenehme wortlose laute Stille, sondern das nach sp\u00fcren dieser Situation. Er bleibt stehen. Ein paar Metern weiter bleibe ich auch stehen, drehe mich zu ihm und schaue ihn nur an. Sein Blick l\u00e4sst mich nicht aus, beobachtet mich intensiv. Er \u00f6ffnet seinen Arm, wartet, kommt dann zu mir. Seine Hand ruht sanft auf meinem R\u00fccken, sacht nimmt er mich in seinen Arm, haucht einen Kuss in mein Haar und fl\u00fcstert: \u201eIch wei\u00df das! Ich achte auf dich.\u201c Ganz vorsichtig lehne ich mich an ihn, atme seinen Duft, lausche dem Nachklingen seiner Worte und staune \u00fcber das, was es in mir bewirkt. Leise, behutsam, langsam l\u00f6sen sich ein paar Pflaster von meinem Seelchen, mit ihnen l\u00f6sen sich auch ein paar dunkle Schatten der letzten Wochen, verwehen wie Staub im Wind und geben den Platz frei f\u00fcr einen kleinen zarten Setzling, namens Hoffnung. Ich hebe meinen Kopf und sehe ein scheues L\u00e4cheln, das bis in die Augen reicht und mich liebevoll streichelt, umarmt und erwidere dieses L\u00e4cheln. In seinem Arm gehen wir gemeinsam weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotzdem es schon sp\u00e4t ist, kann ich nicht schlafen. Meine Gedanken sind irgendwie noch nicht im Feierabendmodus. Ich denke dar\u00fcber nach, wie es weiter geht, also in meiner Geschichte, meine ich. Ich habe so viele Ideen, dass reicht f\u00fcr ganz viele Geschichten, doch irgendwie kriege ich es nicht wirklich in Worte gefasst und auf Papier, also in den PC. 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