{"id":223,"date":"2021-04-04T23:30:22","date_gmt":"2021-04-04T21:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=223"},"modified":"2021-05-02T15:05:49","modified_gmt":"2021-05-02T13:05:49","slug":"alles-hat-seine-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=223","title":{"rendered":"Alles hat seine Zeit"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:35px\">Heute Morgen hat mich die Sonne geweckt. Sie scheint in angenehm warmer Ausf\u00fchrung und mein L\u00e4cheln ist so strahlend wie es sonst nur die Sonne kann, der Himmel in seinem sch\u00f6nsten blau, weit gef\u00e4chert. Kein W\u00f6lkchen, nur ein leises gehauchtes warmes Pusten des Windes. Ja, richtig, ein Tag gemacht zum Verlieben oder auch zum Helden zeugen. Wie schon erw\u00e4hnt habe ich das Flirten entdeckt und bei jeder passenden Gelegenheit das Kokettieren verfeinert.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Irgendwann habe ich bestimmt schon erw\u00e4hnt, dass Jungs gruselig sind f\u00fcr ein unbestimmt langes Zeitfenster. Aus dieser Zeit gibt es so das eine oder andere zum Schmunzeln, zum Nachdenken zum Nachsp\u00fcren der Gef\u00fchle oder so, was ich hier ein wenig ausplaudere, so ganz im Vertrauen versteht sich wohl von selbst. Es dauerte einige Zeit, bis ich begriff, dass Jungs erst ab dem f\u00fcnfundzwanzigsten Lebensjahr aufw\u00e4rts wieder interessant sind und man mit ihnen sogar reden kann. Wie das Spiel \u2018Flirten und Kokettieren\u2019 funktioniert und bis ich es richtig beherrschte, hat nicht allzu lange gedauert, obwohl, die Spielregeln waren nicht immer so einfach zu verstehen. Schlie\u00dflich ist in jungen Jahren so manches an Erfahrungen, sehr dramatisch, sowohl positiv als auch negativ. Ergo ich bin da keine Ausnahme, aber wissbegierig, lernf\u00e4hig und sehr schnell im Begreifen \u2013 wenn ich das will. Noch im zartem Alter bemerkte ich also die Spezie Mann ist hochinteressant und bietet viel Spielraum zum Ausprobieren, zum Entdecken, auch f\u00fcr das eigene Ego. Es soll jetzt nicht r\u00fcber kommen, dass ich eine Grusel-Else war oder bin. Ich kann eine absolute Traumfrau sein, aber auch zum Alptraum mutieren, je nachdem wie ich herausgefordert und behandelt werde. Ich bin eigentlich fast immer darauf bedacht, dass es dem Mann gut geht. Die Betonung liegt auf Mann, nicht auf Machos oder so \u00e4hnlich. Schmunzel, die interessieren mich nicht. Ein Kaffee am Kiosk und ein gutes Gespr\u00e4ch mit Respekt, Ehrlichkeit und auf Augenh\u00f6he, bedeutet mir mehr als ein teurer Restaurantbesuch mit \u00f6dem sinnfreiem Geschwafel. Abgesehen davon zahle ich meine Zeche immer selbst, mit ganz ganz wenigen Ausnahmen, da ist Halloween bestimmt \u00f6fter, lasse ich mich auch mal einladen. Grummel, sich aushalten zu lassen, das ist ein No Go. Hm, ich bin halt bisschen anders. Jetzt muss ich doch l\u00e4cheln. Fast h\u00e4tte ich mich gerade wieder mal vergaloppiert.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Aufgewachsen bin ich dicht an der Natur. Ums Eck war ein sch\u00f6ner See, drumherum viel Wald, Parkanlage, Freizeitm\u00f6glichkeiten und auch ein nettes Lokal, die Au\u00dfenterrasse mit Blick auf den See. Vom Seeufer selbst durch eine Mauer und einen breiten befestigten Weg getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Mein bester Freund war ein gro\u00dfer schwarzer sehr intelligenter verspielter Hund. Ein klitzekleines Detail ist dabei nicht au\u00dfer Acht zu lassen. Er liebte das Wasser, besser gesagt das Schwimmen und nutzte jede noch so kleine Chance um zum See zu laufen. Das eine oder andere Mal habe ich schon \u00fcberlegt ob es ein verzauberter Seehund ist, l\u00e4chel, das war ein Scherz. Wir beide waren meistens mit Laufleine unterwegs, dass schonte erheblich die Nerven, wenn er meinte, dass das Wasser bessere Argumente zum verweilen hatte als ich um nach endlosem Spiel am und im Wasser nach Hause zu gehen. Bei sch\u00f6nstem Sonnenwetter war ich wieder am See, bekleidet mit Sommersonne tauglicher Bermudajeans, blauem Tr\u00e4gertop, Turnschuhen und nat\u00fcrlich mit dabei mein Hund. Das hei\u00dft St\u00f6ckchen ins Wasser werfen und darauf achten, dass er mir die Laufleine nicht um die Beine wickelt. Aufpassen, dass er sich in einiger Entfernung das Wasser aus dem Fell sch\u00fcttelt, wenn er zu dicht steht bin ich automatisch geduscht. Wir hatten den Bogen auch richtig gut raus. Naja manchmal halt auch nicht. Da half dann nur rasche Akrobatik um aus der Leine zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Seit ein paar Tagen war ich aber nicht so ganz konzentriert auf das Spiel. Ich f\u00fchlte mich beobachtet und bemerkte, dass ein Mann von der Terrasse her\u00fcber schaute. Die ersten zwei Tage habe ich es f\u00fcr Zufall bzw. Einbildung gehalten. Am dritten Tag rammte mich meine Neugier frontal wie ein ICE in voller Fahrt und ich schaute \u00f6fter zur Terrasse und genauer zu dem Mann hin. Sofern er merkte, dass ich r\u00fcber blickte, schaute er weg. Mein Bauchgef\u00fchl, auch liebevoll Tintenfischchen von mir genannt, sagte mir instinktiv deutlich, so wie er schaut, ist das nicht die \u00fcbliche Art wie man zu einem Fremden hinschaut oder die T\u00e4tigkeit eines Fremden eine Weile verfolgt. Das war irgendwie anders. Interessierter, verbindlicher, intensiver, neugieriger, pers\u00f6nlicher. Der vierte Tag verlief identisch zum dritten Tag. Bis auf die Kleinigkeit, dass meine Neugier in hellen Sauerstoff getr\u00e4nkten Brandnestern brannte und ein mir bis dato unbekanntes neues Gef\u00fchl, ich nenne es mal, mein Jagdtrieb, erwacht war. Dass er am f\u00fcnften Tag wieder dort sa\u00df, allein am Tisch und mich beobachtete, konnte kein Zufall sein. So richtig wusste ich das nicht einzuordnen, hatte nicht wirklich eine Ahnung was da f\u00fcr ein Film lief. Und erst recht keinen Plan wie weit das gehen k\u00f6nnte. In den n\u00e4chsten Tagen sa\u00df er immer zur gleichen Zeit am gleichen Platz und ich war etliche Meter weg am Ufer, und spielte mit meinem Hund. Naja was soll ich sagen. Ich schaute r\u00fcber zu dem Mann und achtete nicht auf meinen Hund, der neben mir stehen blieb und darauf wartete, dass ich das St\u00f6ckchen wieder warf, was ich auch tat. Erst als er loslief und ins Wasser sprang fiel mir der Fehler auf, aber da war es schon zu sp\u00e4t um zu reagieren. Die Leine hatte er um mich gezogen und mit einer Slapstick reifen Pirouette stolperte ich mit den F\u00fcssen ins Wasser und landete unsanft auf meinem Hinternteil. Neee, hee, hee zu fr\u00fch gelacht, mein Hintern sa\u00df Schamhaar genau noch im Trockenem. Nur meine Turnschuhe hatten Land unter und trieften so vor sich hin. Im Blickwinkel konnte ich sehen, dass der Mann aufgestanden war und sein verdutzter entgeisterter best\u00fcrzter fragender Blick war einfach unbezahlbar. Lachend beeilte ich mich mit dem Aufstehen damit mein Hund mir den nassen Stock nicht auf den Scho\u00df legen konnte oder an mir hochsprang in der Meinung \u201aHey Frauchen, toll, ein neues Spiel\u2018. Ich schaute wieder zu dem Mann und diesmal trafen sich unsere Blicke. Der Gesichtsausdruck entspannte sich und ein L\u00e4cheln umspielte die Mundwinkel. In den n\u00e4chsten Tagen sahen wir uns t\u00e4glich zur selben Zeit, am selben Ort. Wort frei, daf\u00fcr mit viel Blickkontakt, viel Flirt im L\u00e4cheln und ohne Slapstick-Einlagen und ich freute mich darauf ihn zu sehen. Trotz meiner Jugend konnte ich an seinem Verhalten erkennen, dass auch er sich freute mich zu sehen. Vormittags in Tagtr\u00e4ume versunken, Nachmittags sah ich ihn real, in der Nacht tr\u00e4umte ich unz\u00e4hlige wilde M\u00e4dchentr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Ich tr\u00e4umte mich in seine Arme. Begehrliche s\u00fc\u00dfe z\u00e4rtliche K\u00fcsse, seine streichelnden H\u00e4nde an den empfindlichsten hei\u00dfen Stellen. Fast zwei Wochen waren auf diese Art und Weise vergangen. Das neue Gef\u00fchl, was so herrlich kribbelte, war ein unbestimmtes Ziehen zwischen Bauch und Herz und flatterte hin und her, wurde st\u00e4rker, lie\u00df die Sonne heller scheinen und weckte die Sehnsucht nach k\u00f6rperliche N\u00e4he, mich in seinen Arm zu schmiegen. Voller Vorfreude lief ich, wie die Tage zuvor, den Weg zum See und blieb wie angewurzelt am Ufer stehen. Sein Platz war leer. Der Mann war nicht da. Das konnte nicht sein, das durfte nicht sein. Ich k\u00e4mpfte mit der Entt\u00e4uschung, die an mir nagte, wie ein Biber am Baumstamm, kraftvoll mit viel Biss. Ich setzte mich auf einen umgekippten Baumstamm und versuchte meine wilden Gedanken zu ordnen. Ich badete gerade in einem gro\u00dfen Bottich mit tiefstem Selbstmitleid. Mein Hund stupste mich an und leckte mir \u00fcber die Hand. Wenigstens einer versteht mich. Mit einem Sto\u00dfseufzer warf ich den Stock ins Wasser und schon sauste mein Hund mit Elan und sehr begeistert hinterher. Ich schmunzelte weil mir pl\u00f6tzlich der Gedanke, ob er vielleicht doch ein verzauberter Seehund war, wieder durch den Kopf geisterte. Wir waren beide ins Spiel vertieft. Als mich ein freundliches, warmes, nettes \u201aHallo, ist der Platz daneben noch frei?\u2018 am Ohr kitzelte und mir eine G\u00e4nsehaut ma\u00dfgeschneidert angepasst \u00fcber den K\u00f6rper rieselte. Irgendetwas hinderte mich, in Teenager-Manie ein schroffes \u201aNein\u2018 von mir zu geben, deshalb schaute ich hoch. Mein Herz spielte einen Trommelsolo, tat gleich zwei Paukenschl\u00e4ge extra und musste den richtigen Einsatz des Blues-harp erst mal wieder neu erfinden. Er, der Mann von der Terrasse stand ganz offensichtlich zum greifen nah vor mir. Ich war sprachlos, klappte meinen Mund einfach nur zu, wie die Motorhaube beim Auto, nur halt nicht so laut. Sein liebevoller Blick umh\u00fcllte mich wie ein Streicheln, sein warmes L\u00e4cheln, diese groteske Situation, ich wechselte die Farbe zwischen Indianer und Bleichgesicht in unregelm\u00e4\u00dfigem Takt meines Herzschlages. Meine Sprachlosigkeit h\u00e4lt im Sektor Rarit\u00e4ten und Kuriosit\u00e4ten den ersten Platz, das hei\u00dft ich wei\u00df immer eine Antwort, aber diesmal wusste nichts zu sagen, war ad hoc sprachlos. Ich war gepl\u00e4ttet, wie ein Bettbezug nach dem B\u00fcgeln und kriegte so gerade eben ein stummes Nicken hin. Meine Gedanken wirbelten in meinem Kopf durcheinander wie W\u00e4sche im 1600-Umdrehungen-pro-Minute-Schleudergang. Denken war jetzt quasi nicht meine Paradedisziplin. Zum Gl\u00fcck sa\u00df ich schon, sonst w\u00e4re ich bei meinen weichen Knie bestimmt wieder auf dem Hinterteil gelandet. Er setzte sich zu mir auf den Baumstamm und sagte erst mal nichts, lie\u00df mir alle Zeit der Welt den Schleudergang zu beenden, meine Gedanken zu entwirren, zu sortieren und dem Herzschlag die Zeit wieder im gewohnten Takt zu schlagen. Mein Hund schaute mich auffordernd an und wartete darauf, dass der Stock fliegen lernt aber ich war wie gebannt. Schaute den Mann an und wieder weg, wie eine Fata Morgana kam mir das vor. Der Mann nahm den Stock, warf ihn ins Wasser und mein Hund nahm das Spiel auf. Mit dem Satz, \u201aGeht es wieder?\u2018 fing der Mann ein Gespr\u00e4ch an. Dass ihn nichts so schnell aus der Ruhe zu bringen schien, lag sicherlich an seiner Erfahrung und an seinem Alter. Uns trennten bestimmt 15 Jahre. Huch, mein Denken setzte wieder ein. Ich nahm den Geruch von Rasierwasser, Deo oder Duschgel wahr, dezent angenehm kribbelig in meiner Nase. Mutig schaute ich ihm ins Gesicht und hauchte ein leises \u201eja, denke schon\u201c. Mir fielen die Lachf\u00e4ltchen um seine Augen, das belustigte Blitzen darin auf, als er trocken, mit tot ernstem lachendem Ton feststellte: \u201eHey, das klingt nach einer Sprache die ich kenne und verstehe.\u201c Damit war das Eis zwischen uns angetaut. Mein Hund fand es war wieder Zeit f\u00fcr sein Spiel und bellte als Meinungsverst\u00e4rker. Der Mann nahm den Stock und warf ihn ins Wasser. \u201eWie w\u00e4re es mit einem Caf\u00e9 Besuch morgen Nachmittag, nicht dass der Hund noch Schwimmflossen bekommt vom vielen im Wasser spielen?!\u201c schaute mich der Mann fragend pr\u00fcfend bittend an und deutete auf die Terrasse. Z\u00f6gerlich, abw\u00e4gend ob der vielen Wenn und Aber sagte ich \u201aNein\u2018. \u201eDas ist schade. Ich h\u00e4tte mich sehr gefreut.\u201c kam es sofort, sein L\u00e4cheln umarmte mich streichelnd. Eine Weile sa\u00dfen wir mit Smalltalk die Zeit vertreibend bis er sagte dass er weiter musste und fort ging. Ich schaute hinter ihm her, an der Wegbiegung drehte er sich noch einmal um, unsere Blicke tauchten in einander, er winkte und war meinem Blick entschwunden. Etwas sp\u00e4ter, wenig begeistert ging mein Hund mit mir nach Hause. Nach einer fast schlaflosen Nacht, die Fragen wie seine K\u00fcsse schmecken, wie es sich anf\u00fchlt in seinem Arm zu liegen, blieben vorerst immer noch ungel\u00f6st. Wieder am See ins Spiel vertieft bemerkte ich unseren Zuschauer nicht. Dann kitzelte mich diese Stimme von gestern wieder am Ohr mit einem fr\u00f6hlichen \u201eHallo, hey alles gut?!\u201c Mit einem \u201aHallo\u2018 als Antwort, drehte ich mich um. Der Mann sa\u00df auf dem Baumstamm. Am\u00fcsiert \u00fcber meinen skeptischen Blick bemerkte er l\u00e4chelnd, mit einer einladenden Handbewegung, \u201eDer Platz neben mir ist noch frei und wenn ein Kaffee mit mir im Caf\u00e9 nicht geht, muss ich eben hierher kommen.\u201c Ein Lachen, \u00fcber diese simple Feststellung, perlte in meinem Bauch, wollte unbedingt raus, brach sich die Bahn. \u201eHey, lachst du mich aus?\u201c Ich verneinte immer noch schmunzelnd. Eine Weile sa\u00dfen wir still auf dem Baumstamm, hin und wieder sp\u00fcrte ich seinen Blick auf mir ruhen und auch w\u00e4hrend unseres Smalltalks. Seine Art nicht \u00fcberheblich, eher sehr angenehm, wie er sprach nicht dr\u00e4ngend eher ruhig, sein Verhalten, nicht aufdringlich eher besonnen. Der Umgang mit mir war zur\u00fcckhaltend bedachtsam. \u201eIch muss mich leider verabschieden. Es w\u00fcrde mich sehr freuen, dich hier morgen wieder zu sehen um ein wenig mehr von dir zu erfahren.\u201c Sein Blick huschte pr\u00fcfend, eine Antwort suchend \u00fcber mein Gesicht. \u201eDein Blick hat mir die Antwort schon verraten.\u201c sein warmes Lachen umarmte mich, hinterlie\u00df sanfte Spuren auf meiner Haut und rieselte prickelnd bis tief darunter. \u201eIst das schon mal gekl\u00e4rt, dann bis Morgen\u201c, lachte ich, strich eine Str\u00e4hne meiner Wuschelm\u00e4hne hinters Ohr, was ein sinnfreies Unterfangen ist, weil sie dort nicht l\u00e4nger als ein paar Minuten bleiben. Meine Haare sind genauso eigenwillig wie ich es bin. Die restliche Zeit hing ich meinen Tr\u00e4umen nach, nahm das warme Lachen mit in meine ungest\u00fcmen wilden M\u00e4dchentr\u00e4ume, erwachte mit dem ersten Gedanken an dieses warme Lachen und es begleitete mich bis zu unserem Treffen. Kaum waren mein Hund und ich angekommen und ich hatte mich auf den Baumstamm gesetzt, kam der Mann l\u00e4chelnd mit federndem Gang den Weg entlang. Ein leichtes wohlig warmes Vibrieren breitete sich beginnend im Bauch aus, erreichte jede Pore meines K\u00f6rpers. Ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl. F\u00fchlt sich Verliebtheit so an, konnte ich noch denken, da stand er schon vor mir. Ganz selbstverst\u00e4ndlich setzte er sich zu mir: \u201eSch\u00f6n, dass du da bist, ich hatte Angst du kommst vielleicht nicht.\u201c \u201eIch hatte es doch versprochen, oder nicht?!\u201c \u201eJa stimmt schon, aber \u2026. egal, du bist da und das freut mich ungemein. Erschreckt, weil ich um etliches \u00e4lter bin als du?\u201c \u201eIch freue mich auch, bin nicht erschreckt, wei\u00df nur so wenig von dir.\u201c Er lachte wieder dieses ungek\u00fcnstelte warme volle Lachen, was von Herzen kommt. \u201eDa hast du v\u00f6llig Recht, ich hoffe, dass wird sich \u00e4ndern. Um den Anfang zu machen und dass du wei\u00dft, dass ich es ehrlich meine, erz\u00e4hle ich dir von mir und etwas, was du unbedingt wissen solltest\u2026\u2026.\u201c Weiter kam er nicht, da war pl\u00f6tzlich diese wilde Furie aufgetaucht, man kann auch eine Frau sagen, die stimmgewaltig los zeterte und ihn beschimpfte, ob ich seine neueste Eroberung bin, ob er auf so junge Dinger neuerdings steht und nicht vergessen sollte, dass er mit ihr verheiratet ist und er \u2026.. Weiter h\u00f6rte ich diesen Wortschwall, der wie ein K\u00fcbel Eiswasser auf mich wirkte, nicht. Ich war aufgesprungen und bin mit meinem Hund fortgelaufen. Der Mann rief mir hinterher: \u201eBitte, bleib, lauf nicht fort, bitte\u2026..\u201c In diesen Worten lag alles Leid dieser Welt und nat\u00fcrlich sein ganz pers\u00f6nlicher Kummer. Ganz egal was ich f\u00fchlte, ich mische mich nicht in seine Ehe. Ich lief bis zur Atemlosigkeit, ein tolles neues Spiel f\u00fcr meinen Hund, wer schneller zu Hause ist. Er hat nat\u00fcrlich gewonnen. Dort verkroch ich mich in meiner Weltschmerz-Kummer-Ecke, weinte bittere Tr\u00e4nen, mein Tintenfischchen reichte mir Rollenweise Taschent\u00fccher, dem Weltuntergang verd\u00e4chtig nahe, am Boden zerst\u00f6rt. Was er mir sagen wollte, was ich unbedingt wissen sollte, war mir g\u00e4nzlich unbekannt und trotzig formuliert, im Moment ganz einfach schnuppe. Ich halte meiner Jugend zu Gute, dass ich es nicht wissen oder ahnen h\u00e4tte k\u00f6nnen, welche Reaktion von mir durchaus h\u00e4tte kommen sollen, k\u00f6nnen oder so \u00e4hnlich. Mit der Erfahrung von heute w\u00e4re ich auch keinen Meter ausgewichen, sondern h\u00e4tte den Mann sachlich explizit gefragt was das Tuppes Weibchen f\u00fcr ein Fass versucht aufzumachen. Wie gesagt damals war ich jung unerfahren und die M\u00e4dchentr\u00e4ume wild ungez\u00e4hmt, brennend und furchtbar aufregend. Nach einer beinahe schlaflosen Nacht und einem Meer verzweifelter Tr\u00e4nen, fing der Tag schon mal gef\u00fchlt tr\u00fcbe an, trotz Sonne. Aus dem morgendlichen Hundespaziergang wurde eine Fahrradtour in die entgegengesetzte Richtung vom See. Ich wollte sicher gehen ihn nicht zu treffen, von der keifenden Superzicke ganz zu schweigen. Das gleiche war auch am Nachmittag und die darauf folgenden Tage so. Mittlerweile war ich froh dar\u00fcber, nichts erz\u00e4hlt zu haben und nichts \u00fcber den Mann zu wissen. Irgendwann w\u00fcrde dieses dumme Gef\u00fchl was so herrlich kribbelig in meinem Bauch tanzte und f\u00fcrchterlich an meinem Herzen zerrte, aufh\u00f6ren zu existieren, sofern meine Gedanken nicht zu dem Mann schwebten, denn dann waren Tr\u00e4nen vorprogrammiert. Ich war wirklich ganz ungl\u00fccklich schwer verliebt stellte ich eine Selbstdiagnose. Sein warmes Lachen und die traurige Bitte begleiteten mich \u00fcberall hin. Auch andere M\u00fctter haben sch\u00f6ne S\u00f6hne versuchte ich mir die Situation sch\u00f6n zureden. Extrem Erfolg frei musste ich mir eingestehen. Um mich abzulenken beschloss ich nach langem Z\u00f6gern mal wieder ins Kino zu gehen. Ohne Hund nat\u00fcrlich und ohne irgendwen. Ich war noch nicht bereit, um N\u00e4he zu zu lassen und zu ertragen. An den Filmtitel erinnere ich mich nicht mehr, nur dass es ein sonniger Samstag Nachmittag war. Ich sa\u00df auf meinem Platz und war ziemlich genervt, weil eine Clique kurz vor Beginn des Films, alles andere au\u00dfer leise herein kam. Ich mag so eine aufdringliche Ger\u00e4uschkulisse nicht wirklich. Und dann h\u00f6re ich diese Stimme, sehe f\u00fcr eine Millisekunde das dazugeh\u00f6rende Gesicht, genau in dem Moment als das Licht gedimmt wird. Schlagartig trifft mich mit aller Macht die Erinnerung, \u00fcberrollt mich mit der ganzen Kraft und H\u00e4rte einer Dampfwalze. Grummelnd \u00fcberlege ich ob der Mann mich gesehen und eventuell erkannt hat. In meinem Kopf toben heftige Gewitter und kr\u00e4ftige Orkanb\u00f6en wirbeln meine Gedanken wild durch einander. Ohne weitere Optionen zu ergr\u00fcnden folge ich meinem ersten Impuls wegzulaufen. Wie ein verwundetes Tier hab ich mich rasch raus geschlichen. Vor der T\u00fcr, an der Stra\u00dfe, atmete ich ein paar tiefe Atemz\u00fcge um mein aufgew\u00fchltes Gef\u00fchlschaos zu beruhigen. Da stand der Mann vor mir: \u201eBitte! Lauf nicht wieder vor mir davon. Gib mir die Chance einer Erkl\u00e4rung.\u201c \u201eWas soll das bringen? Du bist verheiratet, das ist Erkl\u00e4rung genug!\u201c Ich drehte mich um zum Gehen. Mit einem leisen eindringlichem \u201eBitte!\u201c legte der Mann seine Hand auf meinen Arm. Diese Ber\u00fchrung geht durch wie ein Stromschlag. Elektrisiert stelle ich fest, dass ich noch \u00fcberhaupt nicht \u00fcber dieses Gef\u00fchl f\u00fcr ihn dr\u00fcber weg bin. Unsicher, was ich auch meinem jungen Alter zuschreibe schaue ich in sein Gesicht, kann den Schmerz, die Traurigkeit sehen, aber wei\u00df mit dem Wissen nichts anzufangen und auch nicht mit umzugehen. Folglich weiche ich nur einen Schritt zur\u00fcck und befreie mich dadurch von der Ber\u00fchrung. \u201eEntschuldige ich wollte dir nicht zu nahe treten, dich nicht bedr\u00e4ngen. Lass uns dort zu der Bank gehen und mit einander reden. Bitte, ich habe dich die ganzen Tage verzweifelt gesucht, bin jeden Tag zum See gefahren in der Hoffnung dich dort zu treffen.\u201c \u201eIch wei\u00df nicht so recht, es \u00e4ndert sich dadurch nichts.\u201c \u201eBitte, h\u00f6r dir nur an was ich dir sagen will und entscheide dann ob du bleibst oder gehst. Ist das eine Option f\u00fcr dich? Bitte, sag nicht nein!\u201c Sehr skeptisch nicke ich zustimmend, hatte ja nichts zu verlieren. Am See wollte er mir seine Situation erkl\u00e4ren, was ich auf so unsch\u00f6ne Weise erfahren hatte war nur ein winziges Puzzleteil von dem ganzen Bild. Es ist bestimmt fair zuzuh\u00f6ren, \u00fcberlege ich in Zwiesprache mit meinem Tintenfischchen auf dem Weg zu der Bank. Kaum dass wir sitzen sagt der Mann: \u201eEs stimmt, ich bin verheiratet, aber in ein paar Wochen ist der Scheidungstermin. Ich hoffe, dass die Scheidung endlich den entscheidenden Schlussstrich bringt. Der Grund f\u00fcr die Trennung liegt im krankhaften Verhalten meiner Frau. Ich wei\u00df sie braucht Hilfe, aber sie sieht das nicht so. Ich konnte es nicht l\u00e4nger ertragen und bin schon vor mehr als einem Jahr weg gegangen. Leider akzeptiert sie das nicht und die Auftritte wie am See passieren immer wieder. Meine Freunde kennen das schon und lassen solche Szenen einfach unkommentiert verhallen. Vom ersten Moment an, als ich dich sah, hast du mich faszinierst, hast mich verzaubert, in deinen Bann gezogen. Ich konnte und wollte auch nicht gleich bei unseren ersten beiden Treffen mit dieser Information herausplatzen. Ich hatte Angst dich zu erschrecken, auch wegen des Altersunterschiedes. Angst du willst mich nicht mehr treffen, Angst du gibst mir keine Chance dich kennen zu lernen. Aber irgendwie hab ich es anscheinend gerade dadurch vermasselt. Oh mein Gott, warum ist das alles so schwierig.\u201c Ich hatte aufmerksam zugeh\u00f6rt. Starrte die ganze Zeit auf meine Schuhe. Es klang so unwirklich. Konnte das so stimmen, auf der anderen Seite, warum sollte er mich anl\u00fcgen, daf\u00fcr gab es genauso wenig einen Grund. Mein Blutdruck lief gerade mit meinem Puls einen Staffellauf in Endlosschleife und mein Herz schlug so heftig als wollte es herausspringen. \u201eDu sagst nichts!?\u201c ich h\u00f6rte den bedr\u00fcckten entt\u00e4uschten angespannten Ton in der Stimme. \u201eIch bin sehr erschrocken. Es klingt so total bizarr, irgendwie grotesk. Ich wei\u00df nicht was ich glauben kann, wei\u00df nicht was ich sagen soll. Gib mir Zeit zu verstehen.\u201c antwortete ich ehrlich. \u201eNat\u00fcrlich lass ich dir Zeit. Ich bin schon dankbar, mit dir zu reden, dass du nicht \u2018Idiot\u2019 zu mir gesagt hast, mich nicht gleich weggeschickt hast, dass du mir diese Chance gegeben hast, dir die Situation zu erkl\u00e4ren. Werde ich dich wiedersehen? Bitte! Wann? Wo? Du kannst auch zu mir kommen, wenn du magst, dann siehst du, dass ich ehrlich zu dir bin und wirklich allein lebe.\u201c sagte der Mann mit gut \u00fcberlegten Worten. Mir schwirrte der Kopf, Satzfetzen und einzelne Worte preschten wie durchgehende Pferde in meinen Gedanken umher. \u201eDas du \u00e4lter bist st\u00f6rt mich \u00fcberhaupt nicht. Ich muss gehen\u201c, sagte ich ganz unvermittelt und sprang auf. \u201eIch wei\u00df nicht, vielleicht am See, irgendwann?\u201c stellte ich fragend in Raum. Ein bedachtsames Nicken war seine Antwort. Ich blickte noch einmal in sein Gesicht, bemerkte ratlose Traurigkeit, aufkeimende Hoffnung und ging weg. Meine Gedanken kreisten noch immer wild umher als ich schon zu Hause war. Ich kam nicht zur Ruhe. In der letzten Zeit h\u00e4uften sich meine schlaflosen N\u00e4chte, naja zumindest waren es viele sehr kurze Schlafphasen. Ich wachte zigmal auf und hatte arg M\u00fche wieder einzuschlafen. Das kribbeln in meinem Bauch lie\u00df nicht nach und das Ziehen an meinem Herzen wurde auch nicht besser. Im Gegenteil je l\u00e4nger ich nachdachte desto klarer wurde mir, dass ich genauso reagiert wie der Mann und nicht gleich mit der T\u00fcr ins Haus gefallen w\u00e4re und alles beim zweiten Treffen erz\u00e4hlt h\u00e4tte. Ich brauchte zwei N\u00e4chte, zwei ganze Tage, etliche Zweigespr\u00e4che mit meinem Bauch-Gef\u00fchl-Berater und ganz viele Taschent\u00fccher bis die Erkenntnis wie ein Komet bei mir einschlug. Das Beben und die Nachbeben dauerten lange. Ich schaute auf die Uhr. Wenn ich meinem Hund erz\u00e4hle wo ich mit ihm hingehen werde, muss ich aufpassen, dass ich nicht in zwei dimensionaler waagerechter Haltung an der Leine hinterher flattere. Ein L\u00e4cheln stahl sich bei diesem Gedanken in meine Mundwinkel. Nein, nein diese K\u00fcr m\u00f6chte bestimmt keiner sehen. Mit sehr gemischten Gef\u00fchlen ging ich den Weg runter zum See. Hoffte ich den Mann zu treffen oder f\u00fcrchtete ich mich davor? Ich lauschte in mich hinein, ja ich wollte ihn treffen, ja ganz sicher sogar. Auf der Wiese setzte ich mich auf den Baumstamm und warf das St\u00f6ckchen ins Wasser, ganz zur Freude meines Hundes. \u201eHallo, ist der Platz daneben noch frei?\u201c kitzelte mich die Frage und die Stimme wieder am Ohr. \u201eJa\u201c sagte ich mit fester Stimme. Er setzte sich zu mir und mit atemloser Anspannung kam: \u201eIch war jeden Tag hier, habe so sehr gehofft du w\u00fcrdest kommen. Ich will nicht ungeduldig sein, sag mir, bitte! Hast du eine Antwort f\u00fcr mich? Die Ungewissheit ist kaum noch zu ertragen.\u201c \u201eJa habe ich, wei\u00df nicht so genau wie ich es sagen soll, mir fehlen die richtigen Worte.\u201c Ich sp\u00fcrte seinen Blick auf mir ruhen drehte mich zu ihm. Sein fragender pr\u00fcfender Blick suchte in meinem Gesicht nach dieser Antwort. Zuerst l\u00e4chelte ich ihn zaghaft an, dann kokettierte ich wie ganz am Anfang unseres Kennenlernens. Ungl\u00e4ubig, verbl\u00fcfft, erleichtert schaute der Mann mich an. Das Verstehen rieselte langsam aber best\u00e4ndig, sein Gesicht \u00f6ffnete sich zusehends und ein erstes L\u00e4cheln huschte \u00fcber seine Mundwinkel. Vorsichtig legte er seine Hand auf meinen Arm. Zart, weich f\u00fchlte sich die Ber\u00fchrung an und eine wohlige W\u00e4rme krabbelte \u00fcber meine Haut. Einen magischen Moment sa\u00dfen wir so da in eigene Gedanken versunken, dann holte uns die Realit\u00e4t energisch wieder ein. Mein Hund meinte, nicht an Langeweile eingehen zu wollen und untermauerte seine Bedenken mit kurzem Bellen und eindeutiger Aufforderung zum Spiel. Lachend nahm der Mann den Stock und warf ihn ins Wasser. Mit einem elegantem Hechtsprung sauste mein Hund hinterher und holte das St\u00f6ckchen. Sanft schob der Mann seine Hand \u00fcber meine und hielt sie fest. Ein Blick, der mich liebevoll umh\u00fcllte und streichelte begleitete die sanfte Geste. Behutsam lehnte ich mich f\u00fcr einen Augenblick an seine Seite, atmete den Hauch seines Rasierwassers ein und genoss den Moment. \u201eMagst du mich besuchen? Ich w\u00fcrde mich freuen.\u201c \u201eDarf ich meinen Freund mitbringen?\u201c \u201eDu hast einen Freund? Was soll das werden? Spiel nicht mit mir!\u201c Sofort zog der Mann seine Hand weg, schaute mich undefinierbar an. Verdattert guckte ich aus der W\u00e4sche, begriff was der Mann vermutete und deutete nur stumm auf meinen Hund, den besten Freund den ich hatte, den man sich w\u00fcnschen konnte und sagte: \u201eIch spiele nicht.\u201c Es dauerte lange Sekunden, bis er verstand und das Missverst\u00e4ndnis gekl\u00e4rt war. \u201eJa nat\u00fcrlich kannst du deinen Hund mitbringen.\u201c sagte er und streichelte \u00fcber meine Finger. \u201eIch muss gehen\u201c sagte ich und stand auf. \u201eWo und wann sehen wir uns wieder?\u201c \u201eHier. Morgen?\u201c Ein L\u00e4cheln begleitete sein \u201aich freue mich drauf\u2018. Zu Hause verkroch ich mich in meine Lieblingsecke, gab meinen Gef\u00fchlen Freiraum zum Entfalten. Diese Nacht schlief ich auch nicht besonders viel, aber erheblich ruhiger als die anderen N\u00e4chte zuvor. Mit einem L\u00e4cheln und den Gedanken bei diesem Mann wachte ich auf. Ich freute mich auf den Nachmittag und ging ohne meinen Hund zum See. Als ich auf die Wiese kam, wurde ich schon erwartet. \u201eWollte dein Hund heute nicht mit?\u201c \u201eich habe ihn nicht gefragt und ihm auch nicht erz\u00e4hlt wo ich hingehe.\u201c \u201eWas m\u00f6chtest du unternehmen?\u201c \u201eDa bin ich wie immer planlos und auf deine Hilfe angewiesen.\u201c \u201eWir k\u00f6nnten den verpassten Film im Kino nachholen? K\u00f6nnten wir noch schaffen. Oder einen Kaffee auf der Terrasse dort trinken? Oder Kaffee bei mir genie\u00dfen? Es ist auch aufger\u00e4umt.\u201c \u201eKlingt alles irgendwie gut. Ich \u00fcberlass dir die Wahl.\u201c Sacht schob ich meine Hand unter seinen Arm. Ein L\u00e4cheln und ein kurzes dr\u00fccken war die Antwort. Mit seinem Auto sind wir zum Kino gefahren und kamen leider doch etwas zu sp\u00e4t. Zu Sp\u00e4t ist zu sp\u00e4t, also gingen wir aus dem Geb\u00e4ude zur\u00fcck zum Parkplatz. Ohne, dass die Stille zu laut wurde hing ich, w\u00e4hrend der Autofahrt, meinen Gedanken nach. Als das Auto in einer Parkl\u00fccke stand, schaute ich hoch. Ein gutes St\u00fcck mussten wir noch laufen, da die Parkpl\u00e4tze direkt vor dem Haus belegt waren. \u201eKomm, auf der Dachterrasse ist ein Teil auch angenehm im Schatten, da k\u00f6nnen wir den Kaffee genie\u00dfen.\u201c Ich legte meine Hand in seine, es f\u00fchlte sich himmlisch an, so Hand in Hand mit ihm, schwebte ich auf Wolkenteppichen dahin. Ganz pl\u00f6tzlich blieb er stehen, der Gesichtsausdruck unergr\u00fcndlich, der Griff nach meinem Arm ging ins Leere. \u201eNicht schon wieder!\u201c Ich folgte dem Blick und sah mit erschrockenen Augen wie das Tuppes Weibchen, sprich seine baldige Exfrau auf uns zu schoss. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, aber in den letzten Wochen bin ich erwachsener geworden. und wenn ich es bis zu dieser Sekunde nicht genau wusste was ich wollte, traf mich die Erkenntnis, dass ich den Mann mit Haut und Haaren, ganz f\u00fcr mich wollte, wie ein vom Himmel gefallener Amboss. Er stand etwa 2, 3 Schritte vor mir, es wirkte als wollte er mich sch\u00fctzen, als sie wieder anfing loszupoltern. Nur mit einem ganz winzigen unwesentlich gravierend gro\u00dfem Unterschied zu dem Tag am See. Ich bin immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut und diesmal lief ich nicht davon. Diesmal ging ich die Schritte vorw\u00e4rts, zu ihm, griff mit zittriger Hand nach seinem Arm, dr\u00fcckte ihn kurz, was mir die Ruhe eines Sonnenaufganges gab, die Kraft eines L\u00f6wen verlieh und mit dem phaethonisch verzweifeltem Mut eines jungen unsterblich verliebten Teenagers, fl\u00fcsterte ich \u201eSamurai\u201c und sagte mit, vor mir selbst erschreckend, ruhiger fester Stimme: \u201eLassen Sie uns endlich in Ruhe, Sie hatten Ihre Chance und jetzt \u2019game over\u2018 halt verloren.\u201c Ich glaubte nicht was passierte. Sie war tats\u00e4chlich ruhig. Sie wollte noch etwas erwidern, dann kam aber doch nichts. Der Mann sagte zu ihr, dass sie gehen sollte, was sie auch wirklich tat. Ganz selbstverst\u00e4ndlich nahm mich der Mann in den Arm. Hielt mich fest, vergrub sein Gesicht in meinem Haar und ich zitterte wie Espenlaub, als das Adrenalin nachlie\u00df, der Blutdruck wieder taktete, erschreckt vor der eigenen Courage. Der Mann dr\u00fcckte mich sanft an sich, fl\u00fcsterte in mein Ohr: \u201eKomm, wir haben uns einen Kaffee redlich verdient.\u201c Jeder Schritt mit dem ich mich weiter entfernte von der schrecklichen Szene, machte mich ruhiger. Am Haus war ich schon so ziemlich auf normalen Level. \u201e\u00dcbrigens habe ich das, so etwas wie mit dir noch nie erlebt. Alles irgendwie noch nicht. Du bist besonders, einfach unglaublich. Aber das ist es was ich so an dir mag und zu sch\u00e4tzen wei\u00df.\u201c \u201eMit solchen S\u00e4tzen konnte ich noch nie etwas anfangen, Komplimente sind mir suspekt. Ich bin wie ich bin. Eben anders, mit sehr exquisit eigener Sichtweise auf die Dinge.\u201c sagte ich \u201eDu bist wirklich anders.\u201c Ich zuckte nur lasziv mit den Schultern, strich meine Haarstr\u00e4hne hinters Ohr, wusste ohnehin nichts darauf zu sagen. Minuten sp\u00e4ter betraten wir seine Wohnung, der Duft seines Rasierwassers schwebte in der Luft, kitzelte mir intensiver in der Nase und dann wie versprochen, gab es Kaffee auf der Dachterrasse, im Hintergrund leise Musik. Immer wieder ber\u00fchrten sich unsere H\u00e4nde und die Luft heizte sich auf, die Blicke spielten mit einander. Das knistern war nicht zu leugnen. Die Funken spr\u00fchten in den sch\u00f6nsten Farbnuancen. Wir lachten viel, der Mann erz\u00e4hlte ungezwungen von sich und ich h\u00f6rte aufmerksam zu. Ganz ohne Vorwarnung kam die Frage: \u201eWas hast du auf der Stra\u00dfe zu mir gesagt? Als du meinen Arm ber\u00fchrt hast. Es besch\u00e4ftigt mich die ganze Zeit, es war nur ein Wort.\u201c Verlegen schaute ich weg. \u201eIch wei\u00df nicht was du meinst.\u201c \u201eKomm, das wei\u00dft du genau, mach dich nicht lustig \u00fcber mich,\u201c \u201eDas tue ich nicht. Ich muss gehen.\u201c \u201eLauf nicht davon, aber gut, ich bring dich nach Hause.\u201c Wir standen auf, gingen in die Wohnstube. er nahm meine Hand, zog mich in seinen Arm, strich mir die Haarstr\u00e4hne aus dem Gesicht, spielte damit und stellte schmunzelnd fest, dass sie genauso eigen war wie ich. Ich erwiderte, dass alles andere auch ein Widerspruch in sich w\u00e4re, lehnte meinen Kopf an seine Brust, atmete den Duft seiner Haut, sp\u00fcrte wie seine Hand liebevoll z\u00e4rtlich \u00fcber meinen R\u00fccken glitt. Wohlig, prickelte die W\u00e4rme, die leichte Ber\u00fchrung \u00fcber meine Haut. Ein unbestimmtes Ziehen in meinem Bauch flatterte, breitete sich aus bis zu meinem Herzen. Ich sehnte mich nach diesem Mann, wollte ihm ganz geh\u00f6ren, ihm alles geben, wie in meinen wilden ungez\u00e4hmten unzensierten M\u00e4dchentr\u00e4umen. Ich hob den Kopf, las in seinem Gesicht, f\u00fchlte, ahnte, verstand, sah den gleichen stummen Wunsch, sp\u00fcrte die Magie dieses Augenblick zum Greifen deutlich. Z\u00e4rtlich umarmte streichelte mich sein Blick, lie\u00df mich nicht aus. Sein Mund streifte \u00fcber meine Wange, sacht suchend liebevoll spielend \u00fcber meinen Mund. Von selbst \u00f6ffneten sich meine Lippen, meine Zunge f\u00fchlte, spielte, liebkoste, und ich k\u00fcsste mit tiefempfundener zarter erwachender Hingabe. Er fl\u00fcsterte mir ins Haar: \u201eDu machst mich ganz verr\u00fcckt, ich kann nicht mehr denken, wei\u00df nicht mehr was ich sage, kann kaum noch schlafen. Sag mir, ob du mich auch so sehr willst, wie ich dich.\u201c \u201eWas soll ich sagen? Ich will so vieles, will dir geh\u00f6ren, will alles. Das ist ganz viel auf einmal.\u201c \u201eIch glaube, das \u201awill alles\u2018 beherrscht du perfekt.\u201c Sacht zieht er mich mit sich ins Schlafzimmer setzt sich neben mich auf sein Bett. Seine Finger gleiten \u00fcber meine nackte Haut, streichen \u00fcber meinen Nacken, wandern \u00fcber meine Schultern den Arm entlang bis zu meinen H\u00e4nden. Er h\u00e4lt meine H\u00e4nde, k\u00fcsst jede einzelne Fingerspitze, spielt mit der Zunge daran. Ich streife meine Turnschuhe ab, rutsche weiter aufs Bett und liege auf der Seite hinter ihm, sp\u00fcre wie mein K\u00f6rper die wei\u00dfe Flagge hisst, sich bedingungslos meinem Gef\u00fchlscocktail, der hoch explosiv durch meine Adern wabert, bereitwillig ergibt. Mein Denken schaltet auf Sparflamme und ich wei\u00df, er wird mir nicht weh tun, nichts tun was ich nicht will. Dieses Wissen blendet die letzten Bedenken, Zweifel und \u00c4ngste aus. Noch kann ich das nicht genau einordnen was da passiert. Es f\u00fchlt sich himmlisch gut, genau richtig an. Meine Finger entwickeln ein Eigenleben, krabbeln \u00fcber seinen R\u00fccken. Streicheln, entdecken liebkosen, meine Lippen brennen vor Verlangen nach s\u00fc\u00dfen K\u00fcssen oder doch eher nach viel mehr. Er dreht sich zu mir liegt auf der Seite im Bett. Seine H\u00e4nde wandern an den Saum meines Tr\u00e4gershirt. Sanft streichen warme Fingerspitzen unter meinem Shirt \u00fcber meinen Bauch, wandern h\u00f6her. Ein sanftes Spiel an meinem \u00fcppigem warmen weichem Busen, an meinen Nippel. Eine wohlig warme Welle umsp\u00fclt meinen K\u00f6rper. Verlockend s\u00fc\u00df schmecken seine K\u00fcsse. Erregt, f\u00fchle ich, dass ich feucht werde. Vorsichtig grabbel ich unter sein Shirt, streife \u00fcber seine Hose, sp\u00fcre den gespannten Jeansstoff, ber\u00fchre weiche warme Haut am Hosenbund. Sein leises Aufst\u00f6hnen l\u00e4sst mich erschreckt zur\u00fcck zucken. War ich zu forsch? Irritiert schaue ich ihn an. Er fl\u00fcstert: \u201eH\u00f6r nicht auf, bitte, das tut so gut, geht durch. Komm, in meinen Arm, ich will dich \u00fcberall sp\u00fcren.\u201c F\u00fcr eine Sekunde \u00fcberlege ich, dass es nicht falsch, nicht zu forsch war und \u00fcberlasse mich endg\u00fcltig nachtwandlerisch leiten, von meinen irrational bedachtsam intuitiven Gef\u00fchlen. Meine Hand streicht erneut, bewusst \u00fcber seine Hose, das leise st\u00f6hnen elektrisiert die kleinen H\u00e4rchen auf meiner Haut. Seine H\u00e4nde streicheln mein Shirt vom K\u00f6rper. Ich f\u00fchle mich nicht nackt, erregt beobachte ich, wie er sein Shirt abstreift. Er zieht mich in seinen Arm. Haut an Haut f\u00fchle ich seine W\u00e4rme, sp\u00fcre ein Ziehen, ein Flattern, leicht wie die Schirmchen des L\u00f6wenzahn im Wind, in meinem Bauch, was sich bis in die kleinste Zelle meines K\u00f6rpers fortsetzt, f\u00fchle die Feuchtigkeit in meinem Scho\u00df. Meine Lippen ber\u00fchren seinen Bauch, meine Zunge schmeckt den Duft seiner Haut und folgen einem unsichtbarem Band bis zu seinem Bauchnabel. Sein St\u00f6hnen klingt wie Musik, wie ein hungriger sehns\u00fcchtiger Blues-Rhythmus, emotionales Wollen, berauschende Lust, leidenschaftliches Verlangen. Mein auf Sparflamme gedrosseltes Denken, bei einem Auto w\u00e4re es im unteren Drehzahlbereich, reicht nur noch um mich treiben zu lassen, zu f\u00fchlen, zu sp\u00fcren, zu wollen, zu geben, zu genie\u00dfen. Langsam rutsche ich ein St\u00fcck tiefer, meine Wuschelm\u00e4hne f\u00e4llt kitzelnd auf seinen Bauch, meine Hand streicht mit sanftem Druck \u00fcber seine Hose. Mit den Fingern spiele ich am Hosenbund, streichel \u00fcber warme weiche Haut, \u00f6ffne wie in Zeitlupe jeden einzelnen Knopf. Sein St\u00f6hnen zeigt mir \u00fcberdeutlich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Langsam ziehe ich an der Hose, halte inne, warte einen Moment. Er streift seine Hose ab. In meinen Adern tanzt brennendes Verlangen. Sacht streife ich den Slip ein St\u00fcck runter und streichel \u00fcber die prachtvolle harte, pralle Zuckerstange. Mit trockenen flammenden Lippen streicht meine Zunge begehrlich \u00fcber samtige, hei\u00dfe Haut, den Spuren meiner Finger nach, die an der Zuckerstange reiben. Meine Zunge leckt, spielt an der Spitze, meine Lippen umschlie\u00dfen leicht das K\u00f6pfchen, schieben ganz langsam die Haut weit zur\u00fcck, saugen ihn tief ein im Wechsel mit zartem Zungenspiel. Erschreckt zucke ich zur\u00fcck, ob dem lauten Aufst\u00f6hnen. Sein streichelnder Blick umf\u00e4ngt mich z\u00e4rtlich, h\u00e4lt mich in seinem Bann, sein einladend ge\u00f6ffneter Arm, beruhigt mich gleich wieder. Also nichts falsch gemacht sickert es in s\u00fc\u00dfen Honigtr\u00f6pfchen durch meine Gedanken, verkleben die allerletzten zweifelnden Gedanken. Leise fl\u00fcstert er: \u201eKomm leg dich zu mir. Ich m\u00f6chte dich in meinen Arm sp\u00fcren. Du bringst mich um meinen Verstand, muss etwas zur Ruhe kommen. Sonst explodiert gleich meine Lust.\u201c ich kuschel mich eng an seine Seite, f\u00fchle die N\u00e4he, die W\u00e4rme und meine feuchte Scham. Seine Hand streichelt in sanften B\u00f6gen \u00fcber meine Schulter tiefer und tiefer bis zu meinem Hosenbund. Sein z\u00e4rtlicher Blick sucht die Antwort, wie weit ich mit ihm gehen werde. Flamboyant wie im Fieber pulsiert mein ungez\u00fcgeltes Verlangen. Ich strecke mich ihm entgegen. Die Blicke verschachtelt in einander, werfen sich tausend Grad hei\u00dfe Blitze zu, der Blues-Rhythmus h\u00e4mmert wild in meinen Adern, sein St\u00f6hnen, seine weiche leise Stimme im Ohr. Behutsam streift er meine Jeans ab. Ich r\u00e4kel mich wohlig wie eine Katze. Ich sehe, dass es ihn reizt, sehe das Aufblitzen in seinen Augen. \u201eWer hat dir das beigebracht? Du machst mich ganz irre. Ich kann mich kaum beruhigen. Alles in mir will dich.\u201c Seine Finger streicheln, spielen liebevoll z\u00e4rtlich an meinem weichen warmen Busen. Lippen liebkosen die Nippel streichen \u00fcber meinen Bauch, umkreisen meinen Bauchnabel. Knabbern daran, halten inne, knabbern wieder, gleiten weiter runter bis an den Rand meines Slip. Sein fragender Blick, erinnert mich an seine Frage. \u201eNiemand\u201c fl\u00fcstere ich leise. Ich fange einen am\u00fcsierten ungl\u00e4ubigen Blick auf. Leicht wie eine Feder streichen seine Fingerspitzen in sanften kreisenden Spuren \u00fcber meine Oberschenkel. Darauf bedacht mich noch nicht zu ber\u00fchren Ich fiebere jeder Ber\u00fchrung entgegen, bin berauscht, bin trunken, brenne lichterloh. Er dreht sich zu mir, nimmt mich in Arm, h\u00e4lt mich liebevoll fest, spielt mit meiner Wuschelm\u00e4hne und fl\u00fcstert: \u201eDas war eben ein Scherz, oder?\u201c \u201eNein, kein Scherz.\u201c \u201eSondern, was dann?\u201c \u201eNichts.\u201c \u201eDu sagst mir jetzt nicht, dass dich noch kein Mann ber\u00fchrt hat? Du noch keinen Mann ber\u00fchrt hast?\u201c \u201eDoch, genau das sage ich dir gerade.\u201c \u201eIch kann das gar nicht glauben. Du bist nicht anders, du bist wahnsinnig anders, strahlst eine unglaubliche Erotik aus. Das hab ich \u00fcberhaupt noch nicht erlebt. Sag mir was du willst.\u201c L\u00e4chelnd schiebe ich mein Bein zwischen seine und reibe mein Knie an der Innenseite seines Oberschenkels: \u201eich will dich! Dir alles geben \u2013 alles nehmen, alles d\u00fcrfen \u2013 nichts m\u00fcssen, alles k\u00f6nnen \u2013 nichts sollen, alles bekommen \u2013 nichts fordern.\u201c Lachend zieht er mich dicht in seinen Arm, fl\u00fcstert in mein Haar: \u201eIch m\u00f6chte eins sein mit dir, dich aber nicht dr\u00e4ngen oder bedr\u00e4ngen. Sag mir, was du m\u00f6chtest, es wird nichts sein, was du nicht willst und auch nur wann du m\u00f6chtest.\u201c Genauso leise wispere ich: \u201eDanke. Ich wei\u00df. Aber ich m\u00f6chte nichts lieber als jetzt eins sein mit dir. Sag du mir, ob ich ein Spiel f\u00fcr dich bin.\u201c \u201eHey, langsam. Ich glaub es ja nicht. Ich spiele nicht mit dir. Wie kommst du denn jetzt darauf? Da f\u00e4llt mir ein, dass ich immer noch nicht wei\u00df, welches Wort du zu mir gesagt hast.\u201c Seine Hand streicht \u00fcber meinen R\u00fccken bis zum Po, \u00fcber meinen Oberschenkel, zart wie Federn im Wind gaukeln, schwebend streichelnd die Beininnenseite entlang und langsamer als in Zeitlupe schiebt sich seine Hand auf meine Scham. Mich dabei nicht aus dem Blick lassend. Er f\u00fchlt meine Erregung mein brennendes Verlangen mein unb\u00e4ndiges Wollen mein Lechzen nach jeder Ber\u00fchrung von ihm. \u201eIch habe \u2018Samurai\u2019 gesagt, weil du um mich die ganze Zeit gek\u00e4mpft hast und es so aussah als wolltest du mich besch\u00fctzen.\u201c Ich dreh mich aus der Umarmung und den Hautkontakt nicht verlierend finden meine Lippen und meine Finger seine pralle Zuckerstange. Mit ungez\u00e4hmter Lust lecke ich am Schaft entlang bis zu seinen Eiern, spiele mit den Fingern und meiner Zunge daran, lecke und sauge sie ein, massiere, reibe den Schaft. Meine Lippen umschlie\u00dfen das K\u00f6pfchen saugen daran. Das laute Aufst\u00f6hnen zeigt mir den richtigen Weg. Ich halte inne, knie mich hin schaue in seine Augen und habe das Gef\u00fchl ich sehe in einen Spiegel. Ich ahne, sehe, verstehe, f\u00fchle, seine unb\u00e4ndige Lust, seine brennende Sehnsucht, sein leidenschaftliches Verlangen. Ich l\u00e4chle, der gleiche Gef\u00fchlscocktail, genauso empfinde ich gepaart mit meinem ungez\u00e4hmten Wollen. Sein Blick h\u00e4lt mich gefangen, er beobachtet mich, wie ich meinen Slip abstreife. Ich sp\u00fcre, dass es ihn reizt und lege mich neben ihn, schiebe mich in seinen Arm. Er dreht sich zu mir, liegt auf der Seite, wartet ab was passieren wird. Ich schiebe mein Bein unter sein Bein h\u00f6re wie er kurz heftig ausatmet und mich fragend anschaut. \u201eKomm, lieb mich, so sehr wie ich dich will und du mich willst. Komm, ich will dich jetzt, will dich tief in mir sp\u00fcren.\u201c fl\u00fcstere ich und meine Beine \u00f6ffnen sich. Seine Hand gleitet dazwischen streichelt \u00fcber feuchtes Wollen, seine Finger \u00f6ffnen, \u00fcber den Rand streichelnd meine Lustmuschel, er sp\u00fcrt das Pochen, das Pulsieren, reibt \u00fcber meine neugierige, pralle Perle, sieht ungez\u00e4hmte ungestillte Lust, erf\u00fchlt, dass es genau jetzt der richtige Moment ist. Ich schiebe mich ganz unter ihn, schlinge meine Beine um seine H\u00fcften. Sanft reibt seine Zuckerstange \u00fcber meine pralle, sensible Perle und gleitet sacht, sanft in meine Lustmuschel. Jeden mm des Eindringens genie\u00dfend. Ich schlie\u00dfe meine Augen f\u00fcr einen Augenblick, atme und inhaliere diesen magischen Moment tief ein. Ich bewege mich langsam, dr\u00fccke mich ihm entgegen. Sein St\u00f6hnen zeigt mir, dass ich auf der richtigen Spur bin. Jede Bewegung entlockt ihm und mir ein leises st\u00f6hnen, es f\u00fchlt sich unbeschreiblich paradiesisch gut an, mein Bauch bebt, vibriert, pulsiert. Intuitiv bewege ich mich heftiger, schneller, st\u00e4rker in unserem Blues-Rhythmus, den er mir gibt, mit jedem Sto\u00df sanft, kr\u00e4ftig, tief und bis in meine Adern tanzen l\u00e4sst. Ich fange jeden Sto\u00df auf, federe ihn ab, gebe ihn genauso intensiv zur\u00fcck. Er liegt auf mir, aber sein Gewicht sp\u00fcre ich nicht, macht mich nicht atemlos, obwohl ich es trotzdem bin. Unsere H\u00e4nde spielen, kneten, verhaken sich genau wie unsere Blicke. Die Lust brennt, explodiert in tausend Farbspielen. Ich sp\u00fcre wie sich seine Lusttr\u00f6pfchen mit meinen mischen. Eine wohlige Welle hei\u00dfer als Lava, gleich einem Tsunami \u00fcberschwemmt meinen K\u00f6rper. Ersch\u00f6pft berauscht liege ich ganz still, lausche meinen Gef\u00fchlen nach und l\u00e4chle ein gl\u00fcckliches Mona-Lisa-L\u00e4cheln. Reden und Denken kann ich noch nicht. Zu stark ist das Nachbeben in meinem Bauch. Ein wissenden L\u00e4cheln spiegelt sich in seinen Augen. Er gleitet neben mich, h\u00e4lt mich im Arm ganz fest und dicht an seiner Seite. Die andere Hand angelt nach der Zudecke, deckt uns beide zu. \u201eDu bist so unglaublich, so besonders, fast schon unheimlich, langsam kriege ich Angst vor dir, schlaf ein wenig in meinem Arm, aber nicht schnarchen.\u201c fl\u00fcstert er mir l\u00e4chelnd ins Ohr. Ich schnurre wie eine Katze, nur etwas undefinierbarer und fl\u00fcstere ganz leise mit einem himmlischem L\u00e4cheln \u201eNein ich schnarche nicht!\u201c Diese kurze Schlafphase hat mir gut getan. Erfrischt, ausgeruht, bin ich erwacht und kuschel ich mich an ihn. Atme den Duft seiner Haut, schmecke die s\u00fc\u00dfen K\u00fcsse und sp\u00fcre ein grummeln im Bauch, was sich auf Hunger und Kaffeedurst reduzieren l\u00e4sst. Ein paar Minuten sp\u00e4ter wird er auch wach, l\u00e4chelt mich an, zieht die Konturen meiner Lippen nach, k\u00fcsst mich liebevoll und genauso z\u00e4rtlich erwidere ich den Kuss. Viele liebevolle Streicheleinheiten sp\u00e4ter stelle ich fest: \u201eMein Hund wartet bestimmt schon.\u201c \u201eDarf ich dich begleiten?\u201c Verbl\u00fcfft unterbreche ich die Bewegung mich anzuziehen. \u201eJa sicher.\u201c \u201eDas ist sch\u00f6n, dann k\u00f6nnen wir noch gemeinsam Zeit verbringen.\u201c \u201eStimmt.\u201c schmunzel ich und freue mich dar\u00fcber. Hand in Hand laufen wir zum Auto und mir wird bewusst, dass er jetzt erst erf\u00e4hrt wo ich wohne. Zu Hause werde ich schon ganz sehns\u00fcchtig erwartet. Erst noch f\u00fcttern und dann geht es auch schon los. Auch jetzt laufen wir Hand in Hand, die N\u00e4he und W\u00e4rme des anderen genie\u00dfend. Mein Hund schn\u00fcffelt an jedem zweiten Grashalm ausgiebig rauf und runter. Vor kurzem hat mich das so hin und wieder tierisch genervt, wenn ich es eilig hatte und sich mein Hund nicht vom Fleck bewegt hat. Heute finde ich es \u00fcberhaupt nicht so arg. Denn dadurch bleiben wir auch immer wieder stehen und k\u00f6nnen honigs\u00fc\u00dfe K\u00fcsse und zarte Streicheleinheiten austauschen. Der Rundgang ist beendet. \u201eBleibst du zum Fr\u00fchst\u00fcck?\u201c Ein ungl\u00e4ubiger Blick, trifft mich, eine Mischung aus erstaunt, z\u00e4rtlich, liebevoll, beschreibt es am Besten, reizt meine Lachmuskeln erheblich. \u201eDaran habe ich nicht eine Sekunde gedacht. Ja?!\u201c \u201eJa, sonst h\u00e4tte ich nicht gefragt. Ich bin s\u00fcchtig nach dir, will keine Sekunde missen, nichts verpassen, du bist in meine Seele gebrannt. Aber erst mal brauche ich einen Kaffee und feste Nahrung. Was magst du?\u201c Liebevoll streichelt er durch mein Gesicht. \u201eGanz egal was, Hauptsache wir sind zusammen. Ich bin genauso s\u00fcchtig nach dir, lass dich nicht mehr aus.\u201c Ein guter Plan f\u00fcrs Seelchen finde ich und f\u00fcr den K\u00f6rper inspizieren wir zusammen die K\u00fcche \u2026..<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Irgendwann stand die Frage im Raum, wie tief meine Gef\u00fchle f\u00fcr ihn gehen, was er tun kann, damit meine Schmetterlinge immer mit den Fl\u00fcgeln schlagen. Die Antwort ist ganz einfach: Rein \u00fcberhaupt gar nichts. Meine Schmetterlinge und mein Bauch sind sich da v\u00f6llig einig, dass er da nichts tun braucht. Meine Gef\u00fchle f\u00fcr ihn sind stark, wie ein Fels in der Brandung, sein Name, seine Stimme, sein L\u00e4cheln, wie in Stein gemei\u00dfelt, wird mein Ged\u00e4chtnis nicht verlassen. Er hat mein Seelchen ber\u00fchrt, alles was ich f\u00fchle und f\u00fcr ihn empfinde, ist in meine Seele gebrannt. Er hat mich ein St\u00fcck weit seinen Weg mitgehen lassen, hat mir eine Vielzahl sch\u00f6ner, emotionaler, vertr\u00e4umter, leidenschaftlicher, sinnlicher, tiefgr\u00fcndiger Facetten, manche waren auch sinnfrei, lustig, einer bunten lebendigen Beziehung, die Sch\u00f6nheit seiner Welt, seine Sichtweise gezeigt, seine Blickwinkel erkl\u00e4rt. Eine wahrlich traumhaft unglaublich sch\u00f6ne Zeit mit vielen magischen Momenten zum Tr\u00e4umen, zum Innehalten, zum Staunen, zum Kraft tanken. Erw\u00e4hnt hat er die Option des Bleibens nicht und ich wusste, dass es diesen einen Tag gibt an dem es so sein wird, dass sein Weg dann nicht mehr mein Weg ist. Trotzdem werde ich ihm nicht sagen, wie sehr ich mir w\u00fcnsche, dass er bei mir bleiben wird, wie sehr ich mich f\u00fcrchte davor, wie sehr es meine kleine Welt ersch\u00fcttert. Der Gedanke er ist nicht mehr bei mir, gibt meinen Tr\u00e4nen das stumme Zeichen meine Augen zu verlassen und die Traurigkeit macht mich hilflos, die K\u00e4lte dieses Augenblicks macht mich ratlos, l\u00e4sst mich ins Nichts st\u00fcrzen. Es vergingen ein paar Jahre und ohne Ank\u00fcndigung, ohne den kleinsten Hinweis kam der Tag und war einfach da. Da wir r\u00e4umlich in getrennten Wohnungen lebten, war es kein dramatisch theatralisches Ende, sondern nur ein nicht Wiederkommen, so in etwa wie das ber\u00fcchtigte: \u201aSchatz, ich geh mal eben Zigaretten holen\u2018. Um dann erstaunt festzustellen, das ist doch gar kein Raucher. Mein Weltschmerz war riesig, aber die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden. So war es auch bei mir. Die Narben sind da und erinnern mich, ohne Groll aber mit einem feinen L\u00e4cheln, an eine unglaubliche Zeit mit ihm, an seinen Namen, seine Stimme, sein L\u00e4cheln. Wenn wir uns zuf\u00e4llig sehen, reden wir miteinander, auch \u00fcber alte Zeiten und ein wissendes L\u00e4cheln umspielt wortfrei unsere Mundwinkel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Morgen hat mich die Sonne geweckt. Sie scheint in angenehm warmer Ausf\u00fchrung und mein L\u00e4cheln ist so strahlend wie es sonst nur die Sonne kann, der Himmel in seinem sch\u00f6nsten blau, weit gef\u00e4chert. Kein W\u00f6lkchen, nur ein leises gehauchtes warmes Pusten des Windes. Ja, richtig, ein Tag gemacht zum Verlieben oder auch zum Helden zeugen. 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