{"id":259,"date":"2021-06-20T14:31:47","date_gmt":"2021-06-20T12:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=259"},"modified":"2021-06-20T14:31:47","modified_gmt":"2021-06-20T12:31:47","slug":"neben-der-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=259","title":{"rendered":"Neben der Spur"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:35px\">F\u00fcr ein paar Tage war ich wegen meiner Geschichten unterwegs und in einem Hotel einquartiert. Auf dem R\u00fcckweg wollte ich ein langes Wochenende bei meinen Freund verbringen und mich dann wieder mehr meinem Geschichten schreiben widmen. Aber meistens kommt es anders als gedacht. Seufz&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Da es entspannter ist, sich das Hotel direkt am Bahnhof mitten im Ort befindet, fu\u00dfl\u00e4ufig zu meinem Arbeitstermin, nutzte ich die Chance und buchte eine Bahnreise, anstelle mit dem Auto zu fahren. Die Tage vergingen z\u00fcgig, die Arbeit lief gut, besser als ich es erwartet hatte und beruhigt konnte das Wochenende kommen. In meiner Schusseligkeit unterlief mir der Fehler, dass ich die Reise von diesem romantischem Bahnhof aus, um satte 6 Stunden fr\u00fcher buchte, als ich es wollte bzw. gebraucht h\u00e4tte. Irgendwann fiel mir das auch auf, aber zu sp\u00e4t zum Korrigieren und so schlimm war es auch wieder nicht, fand ich. Dann startete mein Wochenende eben etwas fr\u00fcher. Da mein Freund, zu dieser Zeit, eh arbeiten musste, w\u00fcrde ich mir f\u00fcr die paar Stunden schon die Zeit vertreiben. Mit einem entspanntem Besuch im Caf\u00e9 oder Bistro und ein wenig rum st\u00f6bern in den Gesch\u00e4ften, war das bestimmt locker machbar, philosophierte ich so vor mich hin. Diese Nacht tr\u00e4umte ich besonders intensiv. Getragen auf den Schwingen meiner Phantasie flog ich pfeilschnell, schneller als ein jagender Falke, in liebevolle Arme die mich umfingen, Lippen, die mich z\u00e4rtlich ber\u00fchrten, liebkosten, streichelnde H\u00e4nde, suchende Finger die meine hei\u00dfesten Stellen erkundeten, sorglos schwebte ich liebestoll vor freudiger Erwartung beinahe schwerelos in meiner Traumwelt und kopflos ergeben tr\u00e4umte ich vom langen geilen Sex-Wochenende mit meinem Freund. Noch gefangen in meinem Traum, der Hitze der getr\u00e4umten Liebes-Nacht noch nachsp\u00fcrend, genoss ich die Dusche, das hei\u00dfe Wasser umsp\u00fclte meinen K\u00f6rper, perlte an mir runter, erregte meine Lust erneut auf K\u00fcsse und mehr. Ergo ging es relaxt mit einem rundum zufrieden planschenden Tintenfischchen in meinem Gef\u00fchlspool und viel kribbeliger Vorfreude auf der Haut, in den Zug Richtung Wochenende. Die Fahrt verlief kurzweilig durch netten Smalltalk mit den anderen Fahrg\u00e4sten. Wenn ich mag und es zulasse habe ich schnell Kontakt. Es war noch recht fr\u00fch am Vormittag und so schloss ich meinen Koffer ins Schlie\u00dffach im Bahnhof ein und beschloss erst mal geht es ins Caf\u00e9, was in der N\u00e4he von Kaufhaus und Bahnhof lag. Das kleine Caf\u00e9 war sehr romantisch nostalgisch gehalten, es duftete nach hei\u00dfem frischem Kaffee, ich inhalierte den Duft f\u00f6rmlich. Wie eine Zeitreise wirkte es auf mich. Die Tische waren in kleinen Nischen angeordnet. Die R\u00fcckenlehnen der Sitzb\u00e4nke so hoch gezogen dass man sitzend nicht dar\u00fcber hinweg schauen konnte. Ich nahm Platz in einem der S\u00e9par\u00e9es am Ende des Raumes. Der Latte Macchiato mit einem frischen Croissant tat gut, weckte den Entdecker in mir. Auf ins n\u00e4chste Kaufhaus zum durchforsten der Accessoires und die Umgebung erkunden. Ich betrat das Kaufhaus und steuerte gleich die neueste Damenmode an. Etliche Blusen, R\u00f6cke und Hosenst\u00e4nder sp\u00e4ter war ich zur Anprobe in einer Kabine, pl\u00f6tzlich hellwach und kein bisschen mehr entspannt. Ich spitzte wie ein Luchs die Ohren, weil ich die Stimme meines Freundes und eine jung wirkende weibliche Stimme im vertrauten liebevollem Wortwechsel h\u00f6rte. Mein Herz wummerte laut bis zur pulsierenden Halsschlagader, als ich aus der Kabine lugte, denn ich h\u00e4tte mich ja t\u00e4uschen k\u00f6nnen, was augenblicklich durch eine Windb\u00f6e zerst\u00f6rt und vom Winde verweht wurde. Einen Wetterfrosch brauchte ich nicht zu fragen, um zu wissen, dass sich ein Unwetter zusammen braute, das wurde mir blitzartig klar und schlug mit Donnergrollen in meinem Bewusstsein ein. Wenn ein Gewitter aufzieht fliegen die Schwalben tief, so tief vertraut flogen auch die Kosenamen zwischen den Beiden hin und her. Wut und Entt\u00e4uschung reichten sich gerade die H\u00e4nde. Wild aufgew\u00fchlt fuchtelte und drohte mein Tintenfischchen mit den Armen. \u00c4u\u00dferlich war ich die Ruhe selbst, keiner k\u00f6nnte meinen negativen Gef\u00fchlscocktail erkennen, der, wie eine Herde Wildpferde, durch meine Adern donnernd galoppierte. Ich nutzte die erste sich ergebene Chance um aus der Kabine und aus dem Kaufhaus, von den beiden ungesehen, raus zukommen. Mein erster Impuls, weglaufen, gleich den n\u00e4chsten Zug nehmen und ihn gar nicht wiedersehen. Was sollte ich auch sagen zu so viel, so viel, so\u2026.. Ja was eigentlich? Wor\u00fcber war ich eigentlich w\u00fctend und entt\u00e4uscht, dass ich ad hoc eine dicke Krawatte, kurz vorm aufplatzen bekam? Explizit auf mich selbst, weil ich zu viel vertraut hatte. \u00dcber eine engere gemeinsame Zukunft haben wir kein Wort gesprochen. Ich habe auch nicht danach gefragt. Mir war immer ein gewisses Grad an Freiheit, Selbst\u00e4ndigkeit und Freiraum wichtig. Trotzdem meldete sich mein freches Stimmchen zu Wort. Ungefragt nat\u00fcrlich wie immer und was auch klar war, mein Tintenfischchen winkte zustimmend. War ich in diese Beziehung eingebrochen? War ich nur eine willkommene Abwechslung? Die Best\u00e4tigung f\u00fcr ein M\u00e4nner-Ego, dass er es noch drauf hatte Frauen zu erobern? Ich st\u00fcrzte von meiner Wolke sieben im freien Fall, aus gef\u00fchlten 3000 Metern H\u00f6he, ohne Fallschirm. Es gab keine thermischen Aufwinde die den Fall abfederten. Mir wirbelten die Gedanken wild durch einander, gefangen im Auge eines Twisters St\u00e4rke sieben. Wir kannten uns gerade mal ein paar Monate, waren fast jedes Wochenende bei ihm oder mir zusammen. Nicht aber an den anderen Tagen. Da haben wir viele Email ausgetauscht oder auch telefoniert. Vieles fiel mir auf, was jetzt in letzter Zeit nicht mehr zusammen zu passen schien oder einen anderen Sinn ergab. 1000 Zweifel nagten an mir, wie Termiten an einem Haus das sie zum Einsturz bringen. Seufzend bestellte ich mir, in dem selben Caf\u00e9, ich sa\u00df sogar wieder auf dem selben Platz, einen Latte Macchiato. Als Seelchentr\u00f6ster noch Schokoladenkuchen. Litt ich jetzt an Halluzinationen, an Verfolgungswahn oder waren die beiden tats\u00e4chlich auch in diesem Caf\u00e9? Genau in der Nische vor meiner nahmen sie Platz. Ich h\u00f6rte jedes gesprochene Wort von ihm, etwas ged\u00e4mpfter, weil er mit dem R\u00fccken zu mir sa\u00df und jede gehauchte, zuckers\u00fc\u00df ges\u00e4uselte Buchstabenfolge von ihr. Ich vernahm, dass sie sein Kind erwartete. Mehr brauchte ich eigentlich gar nicht zu wissen. Ich f\u00fchlte mich wie ein Fisch auf dem Trockenen, schnappte nach Luft, h\u00f6rte nicht mehr genau hin, bis ich merkte, dass sie zur Toilette strebte. Als sie an mir vorbeiging, z\u00f6gerte ich noch ein paar Sekunden, stand auf und ging auch zur Toilette und kriegte mit, dass sie mit verhaltener Stimme telefonierte. Mit wem sie telefonierte war mir unklar. was mich richtig zu Schnappatmung animierte, war der Inhalt des Gespr\u00e4chs. Irgendjemandem teilte sie mit, dass sie nicht wirklich schwanger war, ihm das nur erz\u00e4hlte, damit er sie so schnell wie m\u00f6glich heiratet und danach w\u00fcrde ihr schon eine gute Ausrede einfallen. Jedenfalls w\u00e4re sie versorgt und k\u00f6nnte sich das Arbeiten schenken. Ich \u00fcberlegte ob ich eine Zeitreise in die Steinzeit gebucht hatte, wo es \u00fcberlebenswichtig war, einen Versorger zu haben. Ich grinste innerlich bei der Vorstellung, dass er versucht ein Mammut zu jagen oder noch interessanter, vielleicht springt gleich irgendwo jemand aus der Ecke und ruft: \u201eAchtung Kamera, bitte L\u00e4cheln.\u201c Das Gespr\u00e4ch brachte etwas Licht in die verkorkste Situation, zumindest f\u00fcr einen kurzen Moment. Das versetzte meine 1000 Zweifel, mein freches Stimmchen und mein aufgeregtes Tintenfischchen in Sprachlosigkeit. Ich machte also kehrt und ging zur\u00fcck. Diesmal direkt an seinen Tisch wo er artig auf das Zuckerschn\u00fctchen wartete. Sein verdatterter Gesichtsausdruck war unbezahlbar. Was ich dann runter spulte, machte ihn etwas heftig blass um die Nase. Ich war gerade wieder auf meinem Platz, als die Zuckerschnecke zu ihrem Traumprinzen ging. Nach kurzem etwas fast peinlich lautem Wortgefecht, war die Familienplanung abgeschlossen und das P\u00fcppchen verlie\u00df sehr rasch, w\u00fctend raus rauschend, eine Herde B\u00fcffel k\u00f6nnte nicht besser aufstampfen, das Caf\u00e9. Ich hatte noch genug Zeit zu \u00fcberlegen ob ich ihn als Opfer bedauern m\u00fcsste, kam aber zu dem Schluss, dass ich die T\u00fcte Mitleid grade nicht dabei hatte. Es dauerte ein paar Minuten und mein zuk\u00fcnftiger Ex-Freund kam an meinen Tisch, setzte sich zu mir. In seinen Augen spiegelte sich eine eigenwillige Mischung aus vielen Gef\u00fchlssegmenten. Ich fragte sachlich, wann er mich \u00fcber seine Zukunftspl\u00e4ne aufgekl\u00e4rt h\u00e4tte. Die Antwort blieb er mir schuldig, zog nur nichtssagend die Schulter kurz hoch. Er erz\u00e4hlte mir ungesch\u00f6nt, wo, wann und wie er sie kennengelernt, warum er sich soweit auf sie eingelassen hatte, lie\u00df nichts aus und verstand selbst nicht so recht, welcher Film da gelaufen ist. Hollywood l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen, dachte ich f\u00fcr mich, h\u00f6rte kommentarlos zu, horchte in mich hinein und merkte, dass ich innerlich erstarrt war. Mein Tintenfischchen sa\u00df mit acht verschr\u00e4nkten Armen in meinem Gef\u00fchlspool, tat und sagte gar nichts. Mein freches Stimmchen schwieg, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer und ich empfand nichts, kein Groll, keine Wut, kein Mitleid, keine Entt\u00e4uschung, keine aufsteigenden hei\u00dfen Tr\u00e4nen, keinen Welt-Schmerz, keinerlei Gef\u00fchlsduselei, einfach nichts. Eine absolute unterirdisch kalte Leere, wie ein Vakuum, oder wie eine unber\u00fchrte Eisdecke \u00fcber die ein sanfter rauer eiskalter Wind streicht. Nicht mal ein Eisb\u00e4r h\u00e4tte sich in diese K\u00e4lte getraut ohne Schal, Taschenw\u00e4rmer, M\u00fctze und eine hei\u00dfe W\u00e4rmflasche mitzunehmen Diesen respektlosen Vertrauensbruch wollte ich nicht hinnehmen und gab ihn frei. Ich habe die Reife zu verzeihen, h\u00e4tte bestimmt vieles entschuldigt, vielleicht auch eine Nacht im fremden Bett, aber nicht dies, daf\u00fcr besitze ich nicht genug Dummheit um hier mein Vertrauen noch einmal zu verschenken. Er k\u00f6nnte meine Reaktion verstehen und bat mich inst\u00e4ndig um eine zweite Chance und w\u00e4re schon sehr dankbar, dass ich nicht gleich \u2018Idiot\u2018 zu ihm gesagt hatte und ihm zuh\u00f6rte. Daf\u00fcr sind meine Zweifel zu gro\u00df, da l\u00e4sst sich nichts sch\u00f6n reden, Respekt kriegt man nicht so einfach auf dem Grabbeltisch im Kaufhaus zum Sonderpreis. Respekt muss man sich verdienen und bedachtsamer Umgang ist da n\u00f6tig. Vertrauen kriegt jeder geschenkt, ist aber ein zartes Pfl\u00e4nzchen, was viel Hege, Pflege und Zuwendung braucht. Vertrauen kann man nicht einfach mit einem Pflaster versorgen und schon ist alles wieder gut und heile. Selbst die Zeit heilt Br\u00fcche nicht ganz ohne Schwachstellen, sagte ich zu ihm, verstanden hat er absolut gar nichts. Ich habe mich dann gleich vor Ort verabschiedet, trank noch den Rest meines mittlerweile, der Situation angepassten, sehr unterk\u00fchlten Latte Macchiato und bin gegangen. Am Bahnhof angekommen kaufte ich gleich meine Fahrkarte f\u00fcr den n\u00e4chsten Zug nach Hause. Man kann ja auch mal Gl\u00fcck haben, dachte ich, weil ich nicht allzu lange warten und auch nur einmal umsteigen musste. Mit der Platzkarte in Fahrtrichtung am Fenster war es eigentlich schon im Vorfeld eine sch\u00f6ne Strecke. Mittlerweile waren gute zwei Stunden vergangen von der Entdeckung im Kaufhaus bis zur Er\u00f6ffnungsrede meines Ex-Freundes. Aus dem Nichts sprach mein freches Stimmchen wieder mit mir und meinte, dass die Entscheidung richtig war, weil ein Restzweifel immer geblieben w\u00e4re und keine stabile Grundlage ist. Stimmt sagte ich ohne Worte, was nutzt das sch\u00f6nste Segelschiff, die buntesten Segel, die beste Mannschaft wenn keine entsprechende Brise weht, also eine Flaute herrscht. Ich war jetzt frei, brauchte keine R\u00fccksicht auf irgendetwas nehmen, sickerte es durch mein Denken und setzte meinen Weg durch die Bahnhofshalle fort zum Gleis. Da noch Zeit war, nahm ich alle m\u00f6glichen Eindr\u00fccke wissbegierig und neugierig auf, wie ein junger Vogel seine Fl\u00fcgel ausprobiert ob er schon fliegen kann, beobachtete ich die wuseligen Menschen, das bunte Treiben und staunte \u00fcber das eine oder andere Detail. Vor einigen der kleinen L\u00e4den standen Stehtische. Eine Person weckte mein Interesse. Ein relativ gro\u00dfer Mann, da ich nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gro\u00df bin, ist das Hochschauen bei mir vorprogrammiert, stand l\u00e4ssig an einem der Tische, beobachtete, wie ich, die vorbei laufenden Menschen und trank aus einem Pappbecher, bestimmt war es Kaffee. Ich war noch etwa 10 Meter entfernt, \u00fcberlegte, nach einem Blick auf die Uhr, der Kaffeeduft verf\u00fchrte gerade mein N\u00e4schen und verfehlte nicht seine hypnotisierende Wirkung auf mich, dass die Zeit noch reichte f\u00fcr einen Kaffee. Ich nahm meinen frisch gekauften hei\u00dfen Duft-intensiven Kaffee und stellte mich an den anderen freien Stehtisch, die Uhr im Blick behaltend. Jaaa-haa, erwischt, ok, nat\u00fcrlich auch den Mann, war aber auch optisch ein richtig schnuckeliges Sahneschnittchen. Der Kaffee tat richtig gut, mein Blick wanderte wieder zur Uhr, als ich sah, dass ein junger Mann z\u00fcgig durch die Gegend lief, ohne auf den Weg zu achten, sondern nur auf sein Handy starrte und prompt den Mann anrempelte, der seinen Becherinhalt versch\u00fcttete. Eine eigenwillige Situation entstand. Beide schauten sich kurz an, nahmen es gelassen hin, es fiel nicht ein b\u00f6ses oder lautes Wort. Zwei Generationen und trotzdem die gleiche Sprache mit respektvollem Umgang. Ich war richtig fasziniert, von der Ruhe die von ihm ausging. Mein Blick fiel auf sein Gep\u00e4ck, weil er sich danach b\u00fcckte und mir fiel siedend hei\u00df ein, dass ich mein Gep\u00e4ck v\u00f6llig ausgeblendet hatte und vielleicht schleunigst mal meinen Koffer holen sollte. Gesagt und hoppla nicht getan, geschmeidig wie eine Raubkatze, aber mit der Orientierung eines Kaninchens, also 2 cm h\u00f6her als ein Grashalm \u00fcberlegte ich wo die Schlie\u00dff\u00e4cher waren. Bevor ich in eine Krise geraten konnte, kam mir die helle Erleuchtung wie bei einer Taschenlampe nach dem Batteriewechsel. Ich holte meinen Koffer und lief zum Gleis. Dort angekommen stand mein Zug schon bereit, sodass ich in aller Ruhe meinen Platz suchen konnte. Das Ding mit dem vergessenen Koffer war wieder ein, f\u00fcr mich typischer Fauxpas, der mich ereilt h\u00e4tte. In den Sitz gekuschelt musste ich dar\u00fcber l\u00e4cheln. Genau in diesem Moment betrat der Mann aus der Bahnhofshalle, mit dem versch\u00fctteten Kaffee das Abteil. Einen Moment ruhte sein Blick auf mir, leicht irritiert, weil es f\u00fcr ihn bestimmt so schien, als wenn ich grundlos l\u00e4chelte, ich erwiderte seinen Gru\u00df, dann setzte er sich gegen\u00fcber auf den Sitzplatz an der T\u00fcr. Ich kramte mein Buch hervor und tauchte ab in eine andere Welt. Eine Welt zwischen Traum und Wirklichkeit und war mitten drin. Irgendwann wurde das drumherum unruhig, lauter, die T\u00fcren schlossen sich und die Fahrt begann. Zwischendurch meldete mein Handy, dass von meinem Ex-Freund Nachrichten rein trudelten. Ich muss gestehen ich war total in mein Buch vertieft und achtete nicht auf das Handy. Daf\u00fcr sprach mich dann der Mann an, ob ich vielleicht mal nachschauen k\u00f6nnte, es muss wohl wichtig sein. Ich sagte nichts dazu, nahm das Handy und schrieb eine nette Nachricht: \u201eDu bist Geschichte f\u00fcr mich!! Welchen Buchstaben muss ich dir von diesem Satz erkl\u00e4ren? Geh doch einfach in Entenpuff, lass dir dort einen abschnattern und mich lass in Zukunft in Ruhe.\u201c stellte es auf lautlos, legte es zur\u00fcck in die Tasche und widmete mich wieder meinem Buch. Zwischendurch waren der eine oder andere Platz besetzt, aber die meiste Zeit waren der Mann und ich allein im Abteil. Ich schaute aus dem Fenster und bemerkte, dass sich die Leere in meinem K\u00f6rper wie ein alter Knoten, F\u00e4dchen f\u00fcr F\u00e4dchen, begann aufzul\u00f6sen und auch die Eisw\u00fcste taute langsam aber stetig ab. Es bildeten sich kleine Risse, die ersten Pf\u00fctzen. \u00c4u\u00dferlich war ich immer noch so ruhig, als w\u00e4re nichts geschehen. Mein Gef\u00fchlspool f\u00fchlte sich aber an wie ein ausgebombter Handgranaten-Wurfstand, mein Tintenfischchen sa\u00df im Pool, entwirrte mit stoischer Ruhe seine acht verschr\u00e4nkten Arme, und mein freches Stimmchen schwieg noch immer beharrlich. Erschreckend heftig traf mich die Wut auf mich selbst, weil ich wie so oft zu viel vertraut hatte. Eine ganze Weile schaute ich aus dem Fenster, kramte mit einem Stirnrunzeln und einem abgrundtiefem Seufzer mein Buch wieder raus. Dabei fiel mein Blick aufs Handy, mit weiteren Nachrichten vom Ex-Freund. Ich starrte ohne zu lesen auf mein Buch und in Gedanken sah ich wieder die Szenen mit meinem Ex-Freund vor mir. Da drang die Stimme des Mannes in mein Ohr bzw. wurde weitergeleitet in meine Gedanken. \u201e\u2026&#8230;Das sieht gar nicht gut aus. Kann ich behilflich sein, etwas tun f\u00fcr Sie?\u201c Mehr hatte ich nicht mitbekommen. \u201eAlles schick!\u201c sagte oder besser formuliert knurrte ich so unverbindlich distanziert wie m\u00f6glich. Der Mann sagte am\u00fcsiert, anscheinend unbeeindruckt von meinem verbalen Unmut, zu mir: \u201eIch bewundere die Art wie sie lesen, pers\u00f6nlich bevorzuge ich aber die alte herk\u00f6mmliche Art des Lesens.\u201c Irritiert, als Kakadu h\u00e4tte ich jetzt den Federschopf hochgestellt und w\u00e4re auf der Stange hin und her gerannt, ich verstand kein Wort, konnte mir keinen Reim darauf machen, was er meinte, schaute entsprechend sp\u00e4rlich, sehr angenervt. Er l\u00e4chelte breit und war sehr bem\u00fcht angemessen ernst zu bleiben, zeigte auf mein Buch und ich verstand. Jetzt musste ich selbst auch lachen, das Buch hatte Ich falsch herum gehalten. H\u00e4tte also gar nichts lesen k\u00f6nnen. \u201eDas L\u00e4cheln steht Ihnen viel besser, als diese steile Falte zwischen den Augen, die erinnert an die Comicfigur Donald Duck wenn er w\u00fctet. M\u00f6gen Sie erz\u00e4hlen, was Sie so arg besch\u00e4ftigt? Ich bin ein guter Zuh\u00f6rer, werde Sie bestimmt nicht unterbrechen.\u201c \u201eNein, danke, mein Bedarf an Kommunikation ist f\u00fcr heute erf\u00fcllt. Der Vergleich mit Donald Duck hinkt, schliesslich bin ich weiblich und ganz bestimmt auch keine Ente.\u201c \u201eDas ist schade. \u00c4\u00e4\u00e4\u00e4h nicht das Sie keine Ente sind, sondern, dass Ihr Redebedarf ausgesch\u00f6pft ist. Ist die Frage erlaubt, wie weit ich das Vergn\u00fcgen teilen werde, mit Ihnen zu reisen?\u201c \u201eBis zur Endstation fahre ich.\u201c \u201eOh das freut mich, ist auch mein Reiseziel. Darf ich Sie bitten auf mein Gep\u00e4ck zu achten? Ich m\u00f6chte den Speisewagen aufsuchen und w\u00fcrde Sie als kleines Dankesch\u00f6n zu einem Kaffee einladen.\u201c \u201eIch nehme nichts von Fremden, aber ich achte auf Ihr Gep\u00e4ck.\u201c Demonstrativ nahm ich das Handy zur Hand und l\u00f6schte die Nachrichten von meinem Ex-Freund. Es dauerte eine gef\u00fchlte Ewigkeit bis er zur\u00fcck kam. Er stellte mir einen aromatisch-duftenden Kaffee hin. \u201eIch wei\u00df schon\u2026.., wollte aber nicht allein trinken und irgendwie sehen Sie nicht wie eine Teetrinkerin aus, eher dass Ihnen ein Kaffee gut tun w\u00fcrde.\u201c \u201eIch nehme immer noch nichts von Fremden.\u201c \u201eKeine Ausnahme von den Prinzipien?\u201c \u201eNein. Hobbypsychologe oder \u00e4hnliches?\u201c \u201eIm Moment w\u00fcrde ich es nicht wagen Ihnen bei Nacht zu begegnen. Ich h\u00e4tte Sorge, dass Sie bei\u00dfen oder kratzen.\u201c \u201eHm, wer wei\u00df, vielleicht auch beides.\u201c knurrte ich, nahm mein Buch, diesmal richtig rum und tauchte wieder weg in diese andere Welt. \u201eIch habe keinerlei Ahnung was passiert ist, wer oder was Ihnen derma\u00dfen zugesetzt hat, dass Sie bissfest und kratzw\u00fctig wie eine Leopardin reagieren, aber ich war es ganz bestimmt nicht.\u201c Ich schaute hoch und mein Blick stolperte direkt in seinen Blick. Ich fiel hinein, tauchte unter und war erneut erstaunt \u00fcber diese harmonische Ruhe die er ausstrahlte, die mich in der Bahnhofshalle schon fasziniert hatte, die mich jetzt umfing, ein wohliges Gef\u00fchl ausbreitete, auf meiner Haut tanzte und \u00fcber meine sich aufstellenden H\u00e4rchen strauchelte. Irritiert schaute ich weg. Mein kesses Stimmchen r\u00e4usperte sich. \u201eBoah du hast deine Stimme wieder gefunden?\u201c frotzelte ich das Stimmchen an. \u201eSagt die Richtige. Was machst du da eigentlich? Der Mann kann nichts f\u00fcr das Verhalten deines Ex-Freundes. Ein paar Stunden bist du noch unterwegs, also was sollen die Krallen? Du flirtest gern, er sucht ein wenig Smalltalk. Also hopp hopp, ein Zacken freundlicher w\u00e4re nicht die schlechteste Option.\u201c \u201eWarum bist du nicht einfach wieder still?\u201c fragte ich gereizt nonverbal. Nachdenklich runzelte ich wieder die Stirn. \u201eEs ist schon richtig, Sie k\u00f6nnen nichts f\u00fcr meine Situation.\u201c sagte ich etwas friedlicher, schenkte ihm ein unverbindliches L\u00e4cheln und schaute aus dem Fenster. Unmissverst\u00e4ndlich erkl\u00e4rte mein Bauch mir, es ist Zeit f\u00fcr feste Nahrung. Der Mann bot mir an, aus dem Speisewagen etwas Essbares und einen Kaffee zu holen, im Hinblick auf meinen fast vergessenen Koffer im Schlie\u00dffach, er hatte es tats\u00e4chlich bemerkt, damit ich nicht in Versuchung gerate, zu vergessen wo mein Sitzplatz ist und er dann allein weiterreisen m\u00fcsste. Das kam mit einem s\u00fc\u00dfen unschuldigem Dackelblick so treuherzig trocken um die Ecke, dass ich ganz spontan loslachte. \u201eDas ist sch\u00f6n, Sie lachen zu sehen. Und?! Wie werden Sie entscheiden?\u201c Ich nahm seinen Vorschlag l\u00e4chelnd an, unter der Bedingung es selbst zu zahlen und es d\u00fcrften keine Algen, Froschschenkel, Muscheln oder \u00e4hnliches aus dem Wasser sein. Schlie\u00dflich bin ich keine Meerjungfrau, die sich von Meeresfr\u00fcchten ern\u00e4hrt. Schmunzelnd nickend ging er und kam mit einem Carepaket f\u00fcr mich zur\u00fcck. Allen b\u00f6sen Vorahnungen und Bef\u00fcrchtungen zum Trotz war das Essen lecker, der Kaffee tat sehr gut und mit jedem Meter den ich mich von meinem Ex-Freund weiter entfernte, ging es mir besser. Der Mann erz\u00e4hlte mir von sich, von seiner Arbeit, aus seinem Alltag. Ich h\u00f6rte zu, kommentierte manches oder schmunzelte einfach nur \u00fcber eine trocken erz\u00e4hlte Pointe. Immer wieder sp\u00fcrte ich seinen Blick auf mir ruhen, was nicht unangenehm war. Mein freches Stimmchen mischte sich kurz in die Unterhaltung mit dem knappen Kommentar \u201eNa geht doch!\u201c Sei mal nicht so frech, sonst bist du bald optisch wie ein gerupftes H\u00fchnchen, konterte ich wortfrei. \u201eJetzt platze ich fast vor Neugier. Erz\u00e4hlen Sie mir von sich. Bitte.\u201c \u201eHm, da gibt es nichts Besonderes zu erz\u00e4hlen.\u201c Ich schaute wieder aus dem Fenster und \u00fcberlegte, was geschehen w\u00e4re oder auch nicht, wenn ich den geplanten Zug gebucht h\u00e4tte. Ganz egal, ich fing an meine wieder gewonnene Freiheit zu begreifen, zu genie\u00dfen, wie ein Vogel nach langer Zeit im K\u00e4fig, streckte ich meine Fl\u00fcgel. dr\u00fcckte mich tiefer in meinen Sitz und ein feines freies L\u00e4cheln schlich um meine Mundwinkel. Es kostete mich einen weiteren Sto\u00dfseufzer. \u201eDer Seufzer klingt schon besser als vorhin, aber noch nicht wirklich gut.\u201c Ich sah ihn nachdenklich an und der Mann quittierte meinen Blick mit einer gespielt skeptischen hochgezogenen Augenbraue. Ich l\u00e4chelte, wagte als freier Vogel gedanklich einen zaghaften ersten Flugversuch, nutzte die Aufwinde wie ein Adler und erz\u00e4hlte dann doch was passiert war. Er unterbrach mich tats\u00e4chlich nicht und er hatte Recht, es ging mir danach erheblich besser. Nach meinem Redeschwall schaute ich eine Weile aus dem Fenster und stellte in Gedanken fest, dass mein Flugversuch erfolgreich war. Er lie\u00df mir die Zeit zur Ruhe zu kommen, so quasi im Baumwipfel zu landen. Ich wusste und f\u00fchlte, dass er mich beobachtete, was nicht neugierig bei mir ankam. Nach einer Weile fragte er mich: \u201eBesser?\u201c \u201eJa, das Gesamtpaket tat gut, danke daf\u00fcr.\u201c \u201eGerne.\u201c Er l\u00e4chelte mich offen, unvoreingenommen an und ich erwiderte dieses L\u00e4cheln frei und genauso offen. Die restliche Zeit plauderten wir unkompliziert \u00fcber viele Themen, private, allgemeine auf jeden Fall nicht \u00fcber Politik und wir lachten viel, entdeckten die eine oder andere Gemeinsamkeit. So langsam n\u00e4herten wir uns unserem Zielbahnhof. V\u00f6llig kalt, wie ein Eisw\u00fcrfel der unverhofft ins Dekollet\u00e9 f\u00e4llt, erwischte mich die Frage \u201eW\u00fcrden Sie mir Ihre Telefonnummer geben? Ich w\u00fcrde Sie gerne wiedersehen, unser Gespr\u00e4ch fortsetzen, vertiefen.\u201c Ich bin ja ambivalent, aber manchmal auch nur ganz einfach naiv, zumindest kann ich so aus der W\u00e4sche schauen, wie wohl eben. Er grinste breit und unschuldig. Ein L\u00e4cheln das ansteckend wirkte und mit keiner Art von Nein vereinbar war. L\u00e4chelnd stichelte ich: \u201eWill ich das \u00fcberhaupt?\u201c \u201eJa.\u201c Kam als schlichte Antwort, \u201eJa dann,\u201c seufzte ich theatralisch und meine Augen blitzen und kokettierten. Er z\u00fcckte sein Handy und tippte die Nummer gleich ein. \u201eDanke, das freut mich sehr. Sie h\u00f6ren oder lesen von mir.\u201c sagte er mit einem feinem L\u00e4cheln, ein offenes L\u00e4cheln das bis in seine Augen reichte. Im Zug wurde es unruhig, T\u00fcren klappten, Menschen liefen am Abteil vorbei, einige mit, andere ohne Gep\u00e4ck. Ich packte meine Sachen zusammen. Kommen Sie sagte der Mann zu mir, wir sollten zum Ausgang gehen bevor wir noch auf dem Abstellgleis landen. Ich konterte schmunzelnd, dass ist keine sch\u00f6ne Alternative, daf\u00fcr f\u00fchle ich mich auf keinen Fall alt genug. Ein belustigter Blick streifte mich und ein am\u00fcsiertes L\u00e4cheln waren die Antwort. Es dauerte bis wir endlich auf dem Bahnsteig standen. Er fasste mich am Arm, die Ber\u00fchrung zwickte mich auf neugierige nicht unangenehme Art und zog mich durch das Gew\u00fchl in Richtung Ausgang. \u201eHey, bei den Pfadfindern? Immer eine gute Tat pro Tag? Heute gleich zwei, mich alte Frau erst vorm Abstellgleis bewahrt und jetzt der alten Frau \u00fcber den Bahnhof geholfen,\u201c grinste ich kess. Er lachte mich am\u00fcsiert erfrischend an, kleine lustige Funken sprangen in seinen Augen herum. Auf der n\u00e4chsten Ebene musste ich mich erst mal umschauen wo mein Anschlusszug abfahren w\u00fcrde. Ich hatte bewusst einen l\u00e4ngeren Aufenthalt eingeplant beim Buchen um nicht rum hetzen zu m\u00fcssen. Der Mann fragte von welchem Gleis ich fahren w\u00fcrde und ich staunte nicht schlecht, eher kleine viereckige Baukl\u00f6tzchen, dass wir auch jetzt das gleiche Ziel hatten. Wir wohnten in der selben Stadt. Er hatte mir im Zug berichtet, dass er sich in eine andere Filiale hat versetzen lassen, dadurch umgezogen war und heute die Schl\u00fcssel\u00fcbergabe f\u00fcr die alte Wohnung war, aber wohin er gezogen war hatte ich nicht hinterfragt, er auch nicht erw\u00e4hnt. Wir tranken noch einen Kaffee in der Bahnhofshalle und setzten unser angeregtes Gespr\u00e4ch, ebenso den Weg zum Zug, fort. Fanden sogar zwei gegen\u00fcberliegende Sitzpl\u00e4tze. Nach einer weiteren gemeinsamen entspannten Zugreise standen wir wieder auf dem Bahnhof. Vorm Bahnhof trennten sich unsere Wege. Zum Abschied l\u00e4chelte ich ihn an sagte noch einmal \u201eDanke, vielleicht sieht man sich ja hier im Ort beim Einkaufen oder so.\u201c Ich melde mich ganz bestimmt, oder stimmt die Telefonnummer nicht?\u201c \u201eDoch stimmt, wenn beim Eintippen kein Fehler unterlaufen war!?\u201c \u201eNein, bestimmt nicht.\u201c Er zog das Handy aus der Tasche, hielt es mir dicht unter die Nase und zeigte mir die eingetippten Zahlen. Ich nickte. Er strich mir durch das Gesicht hauchte einen angedeuteten Kuss auf meine Wange. Ich l\u00e4chelte und stieg ins Taxi. Zu Hause packte ich meinen Koffer aus und lie\u00df gleichzeitig das Wasser in die Wanne laufen Ich g\u00f6nnte mir ein Wohlf\u00fchl-Schaumbad, leise Musik und meinen Seelchentr\u00f6ster frisch gebr\u00fchten starken hei\u00dfen Kaffee mit Milch und dazu Schokolade. Das hei\u00dfe Wasser liebkoste, umspielte, streichelte meinen K\u00f6rper, die vielen Schaumbl\u00e4schen prickelten so sch\u00f6n, tanzten \u00fcber meine Haut und es tat einfach nur gut. Entspannt erfrischt kuschelte ich mich in mein Badetuch, genoss die leise Musik, die Ruhe des sp\u00e4ten Nachmittags und kuschelte mich auf die Couch unter meine Lieblingsdecke mit meinem zweiten Kaffee, der restlichen Schokolade und meinem im Zug angefangenem Buch. Ach ja mein Handy sollte ich auch mal wieder auf laut stellen. Ich nahm es aus der Tasche und schaute aufs Display. Neben den Nachrichten von meinem Ex-Freund, die ich sofort l\u00f6schte, war auch eine Nachricht mit unbekannter Nummer. Ich las den Inhalt und l\u00e4chelte wieder.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eHey, wie versprochen melde ich mich bei dir. Liebe Gr\u00fc\u00dfe\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eHy, das freut mich. Liebe Gr\u00fc\u00dfe\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch m\u00f6chte dich gern wiedersehen\u2026.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eEin freiwilliges Treffen mit einer Leopardin? Ganz sch\u00f6n mutig\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch bin mutig\u2026..No risk no fun\u2026.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eLach\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eEin sch\u00f6nes L\u00e4cheln, es steht dir\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eDanke \ud83d\ude42 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201e Magst du Morgen mit mir fr\u00fchst\u00fccken im Bistro?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eL\u00e4chel\u2026\u2026.wann\u2026..?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eGegen 9h? Wenn dir das zu fr\u00fch ist, sag es bitte\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eNein alles schick, welches Bistro?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eDas am Bahnhof wo die Taxen standen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eFreue mich drauf, l\u00e4chel\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch mich auch\u2026..bis morgen\u2026..\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201e\u2026&#8230;bis morgen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">In dieser Nacht hatte ich recht eigenwillig getr\u00e4umt. Zum einen von der grotesken Szenerie im Kaufhaus und im Caf\u00e9. Zum anderen vom Fr\u00fchst\u00fcck mit dem Mann aus dem Zug. Zeitig war ich aufgewacht und auch munter genug zum gleich Aufstehen. Der direkte Weg f\u00fchrte in die K\u00fcche zum Kaffee zubereiten. Danach ins Bad mit leiser Musik im Hintergrund ohne Hektik das Duschen genie\u00dfen und im Nachgang anh\u00fcbschen. L\u00e4chelnd nahm ich meinen XXL-Kaffee-Becher und setzte mich in meine Lieblingsecke, schaute dem erwachenden Tag zu. Es wurde alsbald Zeit f\u00fcr die Fahrt zum Bistro. Ich war aufgeregt und freute mich auf das Treffen. Da ich selbst nicht gern auf jemanden warte, war ich schon eine Weile fr\u00fcher dort, setzte mich an einen der hinteren freien Tische, Einen Latte Macchiato hatte ich beim Reinkommen schon bestellt, so musste ich nicht lange warten. Ich lie\u00df die letzten Tage noch einmal mit fast allen Details vorbeiziehen, auch das Szenario mit meinem Ex-Freund lie\u00df ich nicht aus. Ich bin optimistischer Pessimist, was f\u00fcr mich bedeutet: Hinfallen kann jeder \u2013 Liegen bleiben geht gar nicht!! Also aufstehen, K\u00f6pfchen heben, Frisur richten und weiter gehen. Ich schmunzelte, tr\u00e4umte sinnend vor mich hin und zuckte erschreckt hoch, \u00fcber ein freundliches: \u201eHey, das ist sch\u00f6n, ich freue mich, dass du da bist. Upps, ich wollte dich nicht erschrecken, sorry.\u201c Ich blinzelte den Schreck weg und l\u00e4chelte ein \u201eGuten Morgen, freue mich auch. Ich bin sehr schreckhaft. Wer mich kennt, wei\u00df das. Also nichts schlimmes.\u201c Die Ruhe die von ihm ausging, machte den Schreckmoment allemal gro\u00dfz\u00fcgig wieder wett. Er beugte sich zu mir, hauchte einen angedeuteten Kuss auf meine Wange. F\u00fcr einen Moment konnte ich den Duft von Deo, Aftershave oder \u00e4hnlichem schmecken. Ein dezenter, angenehmer s\u00fc\u00dflich-herber Duft, kitzelte meine Nase, fuhr Slalom um meine H\u00e4rchen auf der Haut. Wir lachten viel noch vorm ersten Kaffee und quatschen noch viel mehr beim durchst\u00f6bern der Speisekarte. Wir steckten die K\u00f6pfe zusammen und studierten die Karte rauf und runter. Immer wieder ber\u00fchrten sich unsere H\u00e4nde und die Luft heizte sich sachte auf. Das Knistern wurde lauter, den Funkenflug konnte man durchaus erkennen. Wir am\u00fcsierten uns \u00fcber die eine oder andere Namensgebung, waren ausgelassen und fr\u00f6hlich wie Teenager. Ich wusste gar nicht wie lustig entspannt eine Fr\u00fchst\u00fccksbestellung sein kann. Nach langem improvisiertem Z\u00f6gern bestellten wir Latte Macchiato, Croissant mit viel Orangenmarmelade und Brombeergelee f\u00fcr mich und f\u00fcr ihn Wurst, K\u00e4se und K\u00fcrbiskern-Br\u00f6tchen. Mit viel Esprit konnte er, beim zarten bestreichen der Br\u00f6tchenh\u00e4lften mit Butter, dem kunstvoll darauf drapierten Beilagen, von sich erz\u00e4hlen, kleine Anekdoten aus seinem Leben und \u00e4hnliches. Es dauerte bis ich mein Croissant fertig mit Butter und Gelee verziert hatte. weil ich irgendwie st\u00e4ndig abgelenkt war. Es schmeckte einfach k\u00f6stlich in seiner netten, mir angenehmen Gesellschaft. Hin und wieder traf mich ein langer Blick, ruhte einige Momente auf mir. Es schien als ob er etwas suchte, pr\u00fcfte oder was es auch war, ich konnte diesen seltsamen Blick nicht deuten, im Zug nicht und jetzt auch nicht. Daf\u00fcr brachte er mich zum Lachen, was meine krausen Gedanken zerbr\u00f6selte, wie ein altes trockenes Br\u00f6tchen. Die Zeit mit ihm war angenehm und kurzweilig. Aber alles hat seine Zeit und auch das sch\u00f6nste Fr\u00fchst\u00fcck macht irgendwann papp-satt. Gef\u00fchlt einen ganzen Tag hatten wir im Bistro gesessen, was nat\u00fcrlich nicht stimmte, es war nicht mal Mittag. Ich fing wieder einen undefinierbaren Blick auf als ich mich verabschieden wollte. \u201eSehe ich dich wieder?\u201c \u201eDu hast doch meine Telefonnummer und kannst dich melden, wenn dir danach ist.\u201c Sagte ich ausweichend. Was ich ihm nicht sagte: Ich brauchte Zeit, Zeit um ihn kennen zu lernen, wusste einfach zu wenig von ihm. Diese Vertrauensbr\u00fccke war mir noch zu neu, noch zu schmal, noch zu instabil. \u201eGut, ich melde mich bei dir. Hast du meine Rufnummer noch? W\u00fcrdest du dich bei mir melden, wenn dir danach ist?\u201c \u201eIch habe nichts raus gel\u00f6scht.\u201c Ich kam mir gerade vor wie Cinderella und war froh, dass ich keine Treppe runter laufen musste, dadurch konnte ich keinen meiner Schuhe verlieren. Ein wenig verwirrt stand ich auf und ging, in Gedanken damit besch\u00e4ftigt seinen Blick zu ergr\u00fcnden. Mit einem Abstecher in den n\u00e4chsten Lebensmittelladen und einer gut gef\u00fcllten Einkaufstasche kam ich zu Hause an. Ich r\u00e4umte die Lebensmittel weg und dann setzte ich mich in meine Lieblingsecke, kuschelte mich unter meine Wohl-f\u00fchl-Decke nahm mein Tr\u00f6ste-Kissen ganz fest in Arm und dachte \u00fcber den Vormittag nach. Es war ein Tag, der war alles andere, nur nicht normal. Ich habe mich schon lange nicht mehr so frei und endlos gut gef\u00fchlt, irgendwie fand ich das sch\u00f6n, es war genau die richtige Mischung, die stressfreie Stille, die leise Ruhe, das prickelnde Gef\u00fchl, als ob das F\u00fchlen \u00fcberlaufen w\u00fcrde. Irgendwann stand ich auf, es war schon fr\u00fcher Abend, tapste barfu\u00df in die K\u00fcche, f\u00fcllte meinen Wasserkocher, verga\u00df auch nicht ihn einzuschalten, was mir durchaus \u00f6fter mal passiert, nahm meine kleine Kaffeem\u00fchle, lauschte dem leisem Klickern der reinfallenden Kaffeebohnen und fing an die Bohnen zu mahlen. Das gleichm\u00e4\u00dfige Ger\u00e4usch, der aufplatzenden Bohnen, die wiederkehrende gleiche Bewegung und das Kaffeearoma gaben mir ein wenig ged\u00e4mpfte Gewohnheit, ein St\u00fcck Routine zur\u00fcck. Ich stelle den Filter direkt auf meinen XXL-Kaffee-Becher und goss das kochende Wasser dar\u00fcber, schaute zu wie das Wasser das frisch gemahlene Kaffeepulver benetzte, sich durch k\u00e4mpfte bis zum letzten Kr\u00fcmel, sich im Papierfilter nach oben hangelte, es durchn\u00e4sste und der Kaffeeduft den Raum flutete. Mein N\u00e4schen sich schnuppernd vergewisserte, dass es tats\u00e4chlich Kaffee war und dieses Wissen gleich an meine Geschmacksnerven im Mund weitertratschte, was mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lie\u00df. Mit XXL-Kaffee-Becher und Schokolade tappte ich wieder in meine Lieblingsecke unter die Decke. Ich hatte mich gerade eingekuschelt, mein Handy teilte mir piepsend mit, \u2018Eine Nachricht f\u00fcr dich.\u2018<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eHey, das war eine rundum sch\u00f6ne Zeit heute Vormittag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eHy, das stimmt, hat mir auch sehr gefallen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eW\u00fcrdest du mit mir Essen gehen, vielleicht abends in ein Restaurant?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eAn was hast du gedacht?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch wei\u00df nicht was du magst\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eDu bist ja lustig, ich wei\u00df auch nicht was du magst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch w\u00fcrde gerne mehr von dir wissen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eDu wei\u00dft doch schon viel von mir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch wei\u00df, dass ich deine Schusseligkeit mag und dein Ex-Freund mir sympathisch ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eDu kennst ihn? Woher? Was spielst du f\u00fcr ein Spiel?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eHey, sorry. Du verstehst mich gerade v\u00f6llig falsch!!!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eSorry, ich glaube da gibt es nichts falsch zu verstehen. Ciao!!!!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Erschreckt stellte ich mein Handy aus und legte es unsanft auf den Tisch. Diese Art von schlechtem Film konnte noch nicht mal Hollywood vorweisen, so grottenschlecht empfand ich die Situation. Cinderella hatte nicht nur den Schuh verloren. Ich f\u00fchlte mich als ob ich mich selbst auf der Treppe verloren hatte. Es w\u00e4re auch zu sch\u00f6n gewesen, wenn mal etwas glatt gelaufen w\u00e4re. In der n\u00e4chsten Zeit war ich durch meine Arbeit gut abgelenkt, nachts schlief ich allerdings sehr schlecht und tr\u00e4umte wirres Zeug. Es war jetzt genau eine Woche her, als ich ganz fr\u00fch morgens mit dickem Kopf aufwachte. So in etwa musste sich jemand f\u00fchlen, der 3 Tage, billigen Fusel, durchgehend gesoffen hatte. Trotz der Kopfschmerzen schmunzelte ich \u00fcber den hinkenden Vergleich, denn ich hatte keinerlei vergleichbare Situationen durchlebt, kannte das ausschlie\u00dflich vom H\u00f6ren-Sagen. Zuerst mal aus dem Bett ins Bad und dann in die K\u00fcche, vielleicht fehlte mir ja nur ein Kaffee oder war die letzten Tage einer von den vielen Kaffees schlecht gewesen!? Mir fiel ein, dass ich das Handy seit einer Woche nicht eingeschaltet hatte, schlagartig hatte ich einen Knoten im Bauch, mein Tintenfischchen sch\u00e4umte wild mit meinen Gef\u00fchlen in meinem Gef\u00fchlspool, lie\u00df mich erahnen woran meine im zweistelligen Minusbereich angesiedelte unterirdisch schlechte Laune lag und diese Erkenntnis machte es nicht im Geringsten besser. Missmutig stand ich in der K\u00fcche, nahm ein Schmerzmittel und legte mich ins Bett. Decke \u00fcber die Ohren und nur schlafen, wie Dornr\u00f6schen, nichts sehen, nichts h\u00f6ren und vor allem nichts tr\u00e4umen von wundersch\u00f6nen Augen, tiefen Blicken, himmlischen Umarmungen, sinnlichen Lippen, vertr\u00e4umten K\u00fcssen. Ich badete gerade in einem Becken mit Selbstmitleid in Schwimmbad-Gr\u00f6\u00dfe. Tats\u00e4chlich hatte ich noch einmal ein paar Stunden traumlos tief und fest geschlafen. Ich setzte mich auf, ja meinem Kopf ging es erheblich besser. Der zweite Versuch in der K\u00fcche Kaffee zu kochen war schon erfolgreicher. In meiner Lieblingsecke genoss ich die Mittagssonne und den Kaffee mit meinem Seelchentr\u00f6ster Schokolade. Oooh man, wenn das so weiter geht, sehe ich bald wie das Michelin-M\u00e4nnchen aus. Ich entschied mich durch den Wald mit dem Fahrrad zu fahren, nicht wegen der Schokolade. Die frische Luft w\u00fcrde mir bestimmt gut tun und den Kopf frei pusten. In Jeans, einem l\u00e4ssigen selbstgestricktem blauen Pullover ging es los, mit dabei Schl\u00fcssel und Handy. Ein paar Minuten entfernt begann dieses gr\u00fcne Wunder, auch bekannt als Wald. Mir fiel der Begriff \u2018Leopardin\u2019 ein, den der Mann im Zug f\u00fcr mich benutzte. In Gedanken, \u00fcber die Vorstellung, die Leopardin durchstreifte die Wildnis bzw. ihr Revier, auf dem Fahrrad, grinste ich breit von Mundwinkel bis Mundwinkel, ohne Ohren h\u00e4tte ich im Kreis gegrinst. Das w\u00fcrzige Aroma, ich genoss auch die Ger\u00e4usche, das Summen der Insekten, das Knacken von Geh\u00f6lz, das gesch\u00e4ftige Gewusel der Eichh\u00f6rnchen und \u00fcberhaupt die Ruhe die ein Wald vermittelt. Unterwegs begegnete ich einigen Bekannten, Spazierg\u00e4ngern und Joggern. Ein guter Bekannter kam mir auf seinem Fahrrad entgegen und erz\u00e4hlte, dass ich telefonisch nicht erreichbar war, was ich unkommentiert lie\u00df und er auf dem Weg zu mir war um zu fragen ob ich Lust h\u00e4tte mit ein paar weiteren Leuten heute Abend essen zu gehen? Er w\u00e4re gegen 19h da um mich abzuholen. Ich \u00fcberlegte nicht allzu lange und sagte zu. Es w\u00e4re eine willkommene Ablenkung von den letzten Tagen. Also wurde es nur eine kleine Fahrradrunde. Zu Hause lie\u00df ich mir ein Schaumbad ein und genoss mein Wohlf\u00fchl Programm. Dann siehst das Michelin-M\u00e4nnchen wenigstens strahlend sauber aus, schmunzelte ich. P\u00fcnktlich stand ich vor der T\u00fcr an der Stra\u00dfenkreuzung, dann brauchte mein Bekannter nicht wegen der Einbahnstra\u00dfe gef\u00fchlte kilometerlange Umwege fahren. Im Auto sagte er mir, er w\u00fcrde noch jemanden abholen, den neuen Arbeitskollegen. Ich h\u00e4tte besser nachfragen sollen, dachte mir nichts dabei und fragte auch nicht, weil es nichts ungew\u00f6hnliches war. Tja, wenn man schon nicht selber fahren braucht, m\u00e4kelt man nicht rum, sondern genie\u00dft nur, sich um nichts k\u00fcmmern zu m\u00fcssen. Darum sa\u00df ich hinter dem Beifahrersitz im Fahrzeug und schaute durch die get\u00f6nten Scheiben nach drau\u00dfen. Quer durch die Stadt ging es, was nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig lange dauerte. Wir hielten und schon wurde die T\u00fcr ge\u00f6ffnet und ein Mann stieg gr\u00fc\u00dfend ein. Manchmal gibt es Momente da w\u00fcnsche ich mich auf eine einsame Insel, weit weg von Zivilisation und dem ganzen Kram an sinnvollen oder sinnfreien Erfindungen. Dieser Moment passierte, auf die Sekunde genau, mir jetzt gerade, wem auch sonst. Ich war total blass um die Nase, was meinem Bekannten sofort auffiel, eine Stirnfalte bescherte, aber er sagte nichts. Meine Gedanken wirbelten durcheinander. Mir, dem Kakadu standen die Federn zu Berge. ich schaute wortlos aus dem Fenster, h\u00f6rte auch nicht auf das sich entspannende Gespr\u00e4ch der beiden M\u00e4nner. Ich denke der Leser ahnt wer der Mann war? Richtig meine Reisebekanntschaft aus dem Zug. Die Welt ist eben nur ein Dorf. Der Mann war der neue Kollege von meinem Bekannten und weil der neue Kollege fremd in der Stadt war, noch keinen im Ort wirklich kannte, hat er ihn, eingeladen in unseren Bekanntenkreis. Die Fahrt dauerte noch fast 45 Minuten bis wir am Ziel waren und da ich kein Wort sprach, hat er auch nicht gewusst wer hinter ihm sa\u00df. Mein Bekannter schaute hin und wieder im R\u00fcckspiegel stirnrunzelnd zu mir und belie\u00df es dabei. Was h\u00e4tte ich auch sagen sollen? Cinderella hat nicht nur den Schuh verloren, sondern vielleicht sogar das Herz verkramt? Mir machte viel mehr Sorge was passiert wenn wir aussteigen!? Ich mag meinen Bekannten sehr gern, also wirklich gern. Manchmal ist er einfach unschlagbar. Er parkte sein Auto, sagte zu mir, warte einen Moment im Auto, ich muss mit dir reden und an seinen Kollegen gewannt, komm ich stell dir ein paar nette Leute vor. Damit gingen die beiden ins Restaurant. Mein Bekannter kam auch gleich zur\u00fcck, setzte sich zu mir auf die R\u00fcckbank, schaute mich an und sagte: \u201eErz\u00e4hl.\u201c Ich erz\u00e4hlte in knappen S\u00e4tzen ungesch\u00f6nten Worten. Er unterbrach nicht meinen erst stockenden dann fl\u00fcssigen Redeschwall. Ein paar Minuten schwieg er und \u00fcberlegte, dann fragte er: \u201eUnd nun? Ich glaube nicht, dass er deinen Ex-Freund kennt. Ich kenne meinen Kollegen erst seit ein paar Wochen, arbeite mit ihm in der gleichen Abteilung, da war er immer korrekt. Hat sich auf keinen Flirt eingelassen, obwohl er genug Angebote hatte. Denk mal nach, er kann deinen Ex-Freund nicht kennen. Als du deinen Freund abgeschossen hast, war mein Kollege bestimmt schon auf dem Bahnhof oder zumindest auf dem Weg dorthin, genau wie du. Du hast da ganz sicher was falsch verstanden.\u201c \u201eMeinst du?\u201c \u201eSeit wann brauchst du einen Dolmetscher in Beziehungsfragen? Bis jetzt haben alle dich gefragt.\u201c \u201eIch darf das auch mal.\u201c protestierte ich, flatterte wie ein verlorener Schmetterling im Wind, war schrecklich aufgeregt. \u201eJa! Du kannst sicher sein, er will dich kennenlernen, nicht irgendwen, keine Andere, sondern nur dich. Er leidet wegen dem Missverst\u00e4ndnis ganz genau wie du, ist seit einer Woche sehr verschlossen, einsilbig. Kommt zeitlich hin, glaube ich. Komm lass uns zu den anderen gehen, sonst m\u00fcssen wir hungrig nach Hause. Oder willst du erst hier, ohne die anderen, mit ihm reden?\u201c beim Aussteigen sagte ich: \u201eNein, ich komme mit und warte ab was passiert.\u201c \u201eGut so, setz dich neben mich, ich achte auf dich.\u201c \u201eJa wie der gro\u00dfe Bruder den ich nie hatte.\u201c konterte ich, knuffte ihn in die Seite, hakte mich unter, f\u00fchlte mich etwas besser und setzte leise \u201eDanke\u201c nach. Ein aufmunterndes L\u00e4cheln war seine Antwort. Eine bunte Mischung unterschiedlichster Personen begr\u00fc\u00dfte mich mit fr\u00f6hlichem \u201eHallo\u201c und ein v\u00f6llig entgeisterter Blick traf mich aus gro\u00dfen Augen. Wie versprochen sa\u00df ich neben meinem Bekannten, unsicher wie Sack Runkelr\u00fcben beim Ernten. Es wurde viel gelacht, viel geredet, es gab leckeres Essen mit harmonisch abgestimmten Getr\u00e4nken. Ich sp\u00fcrte wie meine Reisebekanntschaft, also der Kollege meines Bekannten, immer wieder einen langen Blick auf mir ruhen lie\u00df. Wenn ich in seine Richtung hochschaute aber sofort den Blick abwendete. Die Zeit verging, die Stimmung wurde ruhiger, die Gespr\u00e4che leiser, das Essen war verzehrt. Allm\u00e4hlich verabschiedeten sich einer nach dem anderen. Es war ein sehr sehr sch\u00f6ner lustiger, fr\u00f6hlicher Abend, woran man gerne mit einem L\u00e4cheln zur\u00fcck denkt. Der Nachhauseweg hatte noch eine kleine \u00dcberraschung f\u00fcr mich, genau genommen waren es eigentlich drei. Wie gesagt mein Bekannter ist einfallsreich, erfinderisch und unschlagbar. Ins Auto setzte ich mich wieder hinter den Beifahrersitz, hatte aber nicht damit gerechnet, dass sein Kollege auch hinten einsteigen w\u00fcrde. \u00dcberraschung eins winkte und gr\u00fc\u00dfte mich fr\u00f6hlich. Zum Gl\u00fcck war es dunkel und keiner konnte sehen, das ich schaute wie ein erschrecktes Kaninchen wenn es die Schlange entdeckt. Die beiden unterhielten sich \u00fcber ihre Arbeit und ich schaute aus dem Fenster. Auf halber Strecke fuhren wir auf eine Tankstelle und eh ich verstand, waren wir allein im Auto.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Er nahm meine Hand, k\u00fcsste vorsichtig meine Fingerspitzen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eBitte, glaub mir, du hast mich wirklich falsch verstanden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eMeinst du?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Er lie\u00df meine Hand los und ich zog sie automatisch weg.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eNicht das ich w\u00fcsste.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch kenne deinen Ex-Freund wirklich nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eKlang irgendwie anders.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eIch meinte\u2026.., habe gedacht \u2026.. hm \u2026. nein\u2026.!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eUnd meine Schusseligkeit?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eDas war doch nur\u2026.. Es ging nur um unser Kennenlernen im Zug.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">\u201eWas ist jetzt damit?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:35px\">Diese Antwort blieb er mir schuldig, weil mein Bekannter wieder ins Auto stieg. Er warf mir einen pr\u00fcfenden Blick im R\u00fcckspiegel zu. Warum waren M\u00e4nner nie anders als immer kompliziert? Ich hatte den Eindruck ich bin dauernd zur falschen Zeit am falschen Ort und damit ist das Chaos schon vorprogrammiert und perfekt. Die beiden M\u00e4nner unterhielten sich wieder und ich hing meinen Gedanken nach. Die Ber\u00fchrung seiner warmen weichen Hand hallte noch in mir nach, krabbelte \u00fcber und in meinem Bauch. Auch der Erkl\u00e4rungsversuch von meinem Bekannten arbeitete in mir. Sachlich betrachtet hatte er recht, speziell betrachtet war ich genauso ratlos wie vorher. Meine Fingerspitzen kribbelten beim Nachsp\u00fcren der zarten Liebkosung und sachte kletterten meine Finger \u00fcber das Polster, auf direktem Wege zu seiner Hand, die ruhig auf dem Sitz lag. Ein leichtes Zucken als ich seine Hand ber\u00fchrte, es dauerte keinen Wimpernschlag und seine Hand lag sicher und fest auf meinen Fingern. Ganz vorsichtig sachte und zart schlossen sich seine Finger um meine Hand, dr\u00fcckten kurz meine Finger. Es f\u00fchlte sich so zart an, als wenn er ein K\u00fcken in der Hand hielt. Wieder traf mich ein pr\u00fcfender Blick im Spiegel und diesmal deutete ich ein Nicken und L\u00e4cheln an, was mit einem Nicken beantwortet wurde. Als wir das Ortsschild passierten, sagte mein Bekannter: \u201eWer m\u00f6chte wo aussteigen?\u201c \u201eLass uns an einer Bar raus, wir haben noch viel Redebedarf.\u201c Ich nickte zustimmend. An der ersten ge\u00f6ffneten Bar hielten wir an. Mein Bekannter kam ums Auto herum, lie\u00df mich aussteigen, nahm mich fest in Arm und fl\u00fcsterte: \u201eAlles wird gut. Glaub mir es war einfach nur ein Missverst\u00e4ndnis!\u201c Genauso leise fl\u00fcsterte ich ein \u201eDanke\u201c und erwiderte die Umarmung. Manchmal reicht schon ein einziger guter netter vertrauter Bekannter um die Sonne wieder zu sehen. Meine Reisebekanntschaft hielt mir galant schmunzelnd die T\u00fcr auf. Wir fanden einen ruhigen Tisch und bestellten uns Wein. Irgendwann hatten wir tats\u00e4chlich das leidige Thema gekl\u00e4rt, dieses Missverst\u00e4ndnis aus der Welt geschafft. Die Umgebung verblasste immer weiter, die Luft war aufgeheizt und knisterte, unsere H\u00e4nde fanden sich immer wieder. Die Blicke wurden intensiver, tauchten wie im Zug und beim Fr\u00fchst\u00fcck in Untiefen. Ich schwamm im Meer der Sehnsucht weit raus, tauchte tief ein, sah die Sch\u00f6nheit dieser Augen, f\u00fchlte seine grenzenlose Z\u00e4rtlichkeit prickelnd auf meiner Haut. Sp\u00fcrte das aufsteigende Verlangen mich in seine Umarmung zu kuscheln. Ob er Gedanken lesen kann, fragte ich mich insgeheim, denn sein Arm legte sich sanft um mich. Ich kuschelte mich in diese Umarmung, atmete den dezenten s\u00fc\u00df-herben Duft wie beim Fr\u00fchst\u00fcck im Bistro. \u201eKomm\u201c fl\u00fcsterte er in mein Haar, \u201elass uns gehen.\u201c Ich nickte und wir verlie\u00dfen die Bar. Ich f\u00fchlte mich unbeschwert und endlich frei von Zweifeln. Auf der Stra\u00dfe zog er mich fest in seine Arme, hauchte einen Kuss in meine Wuschelm\u00e4hne. Lachte leise, zog mich wieder in seinen Arm, dr\u00fcckte mich fest an sich. Ich schloss meine Augen, schmiegte mich in diesen besonderen Moment, in die Sehnsucht dieser Umarmung, erwiderte diese greifbare Hingabe, die Z\u00e4rtlichkeit dieses Kusses und f\u00fchlte was es bedeutet, \u201eK\u00fcssen is als wennste fliegst!\u201c Eigentlich ist der Ort in dem ich wohne eine Kleinstadt, aber heute hatte es das Zeug um eine Gro\u00dfstadt zu sein. Heute Nacht war alles m\u00f6glich, heute Nacht tickten die Uhren anders, selbst die Kalender k\u00f6nnten heute Nacht r\u00fcckw\u00e4rts laufen. Ich drehte mich lachend um meine eigene Achse, breitete die Arme aus: \u201eIch k\u00f6nnte die ganze Welt umarmen.\u201c Er lachte: \u201eMir reicht es schon, wenn du mich umarmst. Komm mit mir, zu mir, ich will mit dir einen ganz einzigartigen Sonnenaufgang erleben, mitten in dieser besonderen Nacht.\u201c ich schaute demonstrativ in den Himmel: \u201eIch sehe keine Sonne, aber jede Menge Sterne.\u201c Ich drehte mich wieder zu ihm. Er schaute mich an, lie\u00df mich nicht aus seinem Blick. Ich registrierte wieder diesen Blick, der auf mir ruhte, den ich nicht einordnen konnte. Mit Macht kamen die Zweifel wieder, legten sich wie Ketten an meine Beine, hinderten mich einen Schritt zu tun. Ich stand wie angewurzelt da. Mir fielen die Worte meines Bekannten ein: \u201eEr will nur dich\u2026\u2026\u201c Innerlich sch\u00fcttelte ich mich, wie ein junger Hund der sich den Schreck aus dem Fell sch\u00fcttelt, schaffte ich es die Ketten, die Zweifel abzusch\u00fctteln und trat einen Schritt auf ihn zu, direkt in seine himmlischen warmen z\u00e4rtlichen Arme. In diesem Teil des Ortes war ich noch nicht, h\u00f6chstens mal mit dem Auto durchgefahren und Nachts schon \u00fcberhaupt nicht. Wir liefen Hand in Hand, die N\u00e4he des anderen bewusst intensiv erlebend und standen alsbald vor dem Haus in dem seine Wohnung lag. Mit dem Aufzug fuhren wir zu seiner Dachwohnung, ich kuschelte mich wieder in seinen Arm, eng an sich gedr\u00fcckt hielt er mich fest. Ich genoss die W\u00e4rme, die Geborgenheit, die Ruhe die er ausstrahlte, das faszinierte mich immer wieder. Die Aufzugt\u00fcr \u00f6ffnete sich lautlos, er nahm meine Hand und zog mich mit sich, in seine kleine feine Wohnung, die mit viel Liebe zum Detail in warmen T\u00f6nen eingerichtet war. Im Flur trat er hinter mich umarmte mich, schaute im Spiegel in meine Augen zwinkerte mir zu und raunte mit rauer Stimme, dass er dieses L\u00e4cheln so sehr vermisst hatte. Ich lehnte mich an ihn, sorglos ergeben in eine warme Welle wohlig kribbelnder sp\u00fcrbarer fast greifbarer Sehnsucht. \u201eMagst du was trinken?\u201c Er schob mich weiter ins Wohnzimmer. Ich setzte mich in eine Couchecke und beobachtete ihn wie er am Radio nach passender Musik suchte. \u201eDarf ich dich bitten, um diesen Tanz?\u201c Ich lag in seinem Arm und wir tanzten, wiegten uns eng umschlungen im Takt der Melodie. Ich atmete seinen Duft tief ein, liebevoll glitten seine H\u00e4nde \u00fcber meinen R\u00fccken, z\u00e4rtlich suchten seine Lippen meinen Mund, spielten an meinen Lippen, k\u00fcssten so sanft, so bedachtsam, seine Ber\u00fchrung setzte mich in Flammen. Ich brannte, stand in hellsten hei\u00dfesten Feuerschein, wollte mehr, viel mehr, einfach alles. Ich kuschelte mich ganz tief in seinen Arm. K\u00fcsste ihn z\u00e4rtlich, verlangend, auffordernd. Meine H\u00e4nde gingen auf Entdeckung. Meine Finger krabbelten auf seine Brust spielten mit den Kn\u00f6pfen seines Hemdes. Eigentlich mag ich keine Kn\u00f6pfe, sie sind einfach nur nervig. Aber just in diesem Moment fand ich sie sehr anziehend, \u00fcberaus interessant. Ich spielte, kokettierte mit den Kn\u00f6pfen, \u00f6ffnete langsam einen nach dem anderen mit Hingabe und Genuss. \u201eDu wei\u00dft schon, dass mich das was du da tust nicht gerade kalt l\u00e4sst.\u201c \u201e\u00c4\u00e4\u00e4hm, n\u00f6\u00f6\u00f6\u201c, gab ich betont ernst zur\u00fcck.\u201c \u201eWas soll das werden? Wo wird das enden? Du wei\u00dft das sehr genau und wei\u00dft auch sehr sehr genau was du tust und was du damit anrichtest.\u201c \u201eIch wei\u00df nicht was du meinst?!\u201c \u201eDu bist ein Biest, raubst mir den Schlaf. Ich kann grade nicht wirklich denken. Vielleicht bist du doch eher eine Zauberin. Du hast mich verhext, ich bin in deinem Bann, deinem Zauber erlegen. Meine Gedanken sind immer bei dir.\u201c \u201eDu scheinst ja eine ganz schlechte Meinung von mir zu haben. Ich bin eine Leopardin vor der du dich f\u00fcrchten w\u00fcrdest, bin ein Biest, bin eine Zauberin, verhexe dich, raube dir deinen wohl verdienten Schlaf, schalte dein Denken aus. Hm, was soll ich dazu sagen? Au\u00dfer, ich bin unschuldig, bin immer lieb und artig, tue nichts b\u00f6ses. Wie kann ich deine Meinung \u00e4ndern? Zumindest in einigen Dingen, ein paar Pluspunkte sammeln?\u201c \u201eIch w\u00fcsste da so einiges, was mir dazu auf Anhieb einf\u00e4llt.\u201c Meine Finger trippelten sanft streichelnd \u00fcber Brust und Bauch. \u201eHm. Was meinst du? Sag es mir.\u201c \u201eH\u00f6r bitte nicht auf, mit dem was du tust.\u201c Ich hob mein Gesicht, spielte mit meiner Zunge an seinen Lippen. Sanft erwiderte er mein Zungenspiel, k\u00fcsste mich z\u00e4rtlich mit fordernder Hingabe verschmust strichen seine Finger \u00fcber meine Wange weiter bis in meinen Nacken, verweilten in filigranem Streicheln am Haaransatz und wanderten den R\u00fccken runter krabbelten bis zur Taille. Er hielt mich fest im Arm, presste sich dichter an meinen K\u00f6rper. Die Musik drang schmeichelnd an mein Ohr. Wir wiegten uns noch immer im Takt der Melodie, mit jedem Ton wurde die Musik leiser \u2026\u2026 leiser \u2026&#8230; leiser \u2026\u2026 ausgeblendet \u2026\u2026 wir standen eng umschlungen im Raum. Sacht schob sich sein Bein gegen meine Beine und ansatzweise weiter dazwischen. Der leichte Stoff meines d\u00fcnnen Sommerkleides verst\u00e4rkte das verf\u00fchrerische Kribbeln auf der Haut, sanft, wie tausend trippelnde Schmetterlingsf\u00fcsschen. Meine Knie wurden weich, als seine Lippen zart meine Wange streiften, tiefer glitten und innehielten. \u201eDu machst mich wahnsinnig hei\u00df. Ich kann mich kaum noch zur\u00fcck halten. Sag mir was du willst. Wie du es willst.\u201c raunte er mit vor Erregung vibrierender rauer Stimme. Dieses leichte vibrieren in der Stimme, kickte mich. Denken war gerade auch nicht meine Paradisziplin und ich hauchte kaum h\u00f6rbar: \u201eMir geht es genauso. Ich will nicht, dass du dich zur\u00fcck h\u00e4ltst. Verf\u00fchr mich, ber\u00fchre mich. Meine Sehnsucht frisst mich auf. Meine Fl\u00fcgel der Emotionen haben Feuer gefangen, brennen lichterloh.\u201c Seine H\u00e4nde fanden den Weg zu meinem Dekollet\u00e9 und er fingerte an den Kn\u00f6pfen meines Sommerkleides bis er einen Knopf nach dem anderen \u00f6ffnete. Vorsichtig ber\u00fchrte er meine nackte Haut, wie ein Stromschlag durchzuckte mich die seichte zweitausend Volt Ber\u00fchrung, wirbelte durch mich hindurch, umfing mich, umspielte mich, entlockte mir ein unterdr\u00fccktes St\u00f6hnen, machte mich ganz schwindlig. Das waren Momente wo ich im Liegen festhalten musste. Jeder Knopf machte mich unruhiger, sehns\u00fcchtiger. Wenn das Denken auf Sparflamme gedimmt ist, funktioniert alles im Automatic-Modus. Ich schmiegte mich eng an ihn, blendete alles andere als unwichtig aus. Hautnah sp\u00fcrte ich seine W\u00e4rme. F\u00fchlte seinen Herzschlag, genau so unruhig wie meiner und doch im gleichen Takt. \u201eKomm mit mir.\u201c Ich strich \u00fcber seine Brust, streifte das Hemd von den Schultern, unbeachtet fiel es zu Boden. Ich schob meine Hand auf seinen R\u00fccken, tapste an der Wirbels\u00e4ue rauf und runter. Mit den Lippen schmeckte ich den Duft seiner Haut. Langsam zog er mich fest im Arm haltend mit sich. Er legte sich aufs Bett, \u00f6ffnete seinen Arm und hauchte fast tonlos: \u201eKomm zu mir.\u201c Sein Blick lie\u00df mich nicht aus, als ich vor ihm stand, meine Schuhe von den F\u00fc\u00dfen streifte, mein Kleid von den Schultern schob, es achtlos zu Boden sinken lie\u00df. Vorsichtig beinahe sch\u00fcchtern krabbelte ich in seinen Arm, kuschelte mich in diese warme himmlisch hei\u00dfe Umarmung. \u201eIch kann es noch immer nicht wirklich glauben, dich im Arm zu halten, es ist so unbeschreiblich.\u201c Ich l\u00e4chelte, knuffte ihn auf den Bauch, reckte mich und k\u00fcsste seine Nasenspitze. \u201eHey!\u201c Er legte seine Hand auf mein Bein, strich daran entlang bis zu meinem Po. Mein Herzschlag wurde hektisch nicht nur unregelm\u00e4\u00dfig. Mein Denken \u00fcberschlug sich f\u00f6rmlich, war es real? Ich blinzelte, es \u00e4nderte sich nichts, es war eindeutig real. Ich verbrenne vor Erregung, vor leidenschaftlicher begehrlicher Sehnsucht. Ich drehte mich in seinem Arm auf den Bauch, meine Fu\u00dfspitzen wippten nerv\u00f6s. \u201eHey, was ist mit dir?\u201c \u201eAlles gut, ich f\u00fchle grade so viel.\u201c Ich schloss meine Augen, genoss diesen Moment, dieses Haut-an-Haut-Gef\u00fchl. Ich st\u00fctzte mich auf meinen Arm, schaute in seine Augen, fiel in seinen Blick, schwamm im Strom des sehns\u00fcchtigen Wollens, sah die z\u00e4rtliche leidenschaftliche Lust und begehrliches Verlangen. Ich zeichnete mit den Fingerspitzen die Konturen seiner Lippen nach, strich \u00fcber die Wange am Hals entlang \u00fcber den Bauch und lie\u00df meine Lippen den Spuren der Finger folgen. Legte meinen Kopf auf seine Brust und sp\u00fcrte dem zarten Kribbeln seiner Finger auf meinem R\u00fccken nach. Mein Streicheln wurde intensiver, ich f\u00fchlte wie die Lust in mir explodierte, meine Lusttr\u00f6pfchen \u00fcbersch\u00e4umend den Rand meiner Lustmuschel passierten und meine Perle benetzten. Z\u00e4rtlich knabberte ich an seinem Ohrl\u00e4ppchen, spielte mit der Zunge an seinen Lippen und an der Zungenspitze. Seine Hand w\u00fchlte sich in meine Wuschelm\u00e4hne und aus dem z\u00e4rtlichen Zungenspiel wurde ein fordernder Kuss mit sehr aufforderndem intensivem Zungenspiel. Du machst mich atemlos hauchte ich und sp\u00fcrte seine Hand auf k\u00fcrzestem Weg zu meinem Busen. Die Ber\u00fchrung meiner Nippel ging direkt in meinen Bauch. Er streichelte knetete massierte und mit der Zunge liebkoste er meine Nippel. Seine Lippen wanderten weiter \u00fcber meinen Bauch eine prickelnd hei\u00dfe Spur hinterlassend. Meine Haut brannte, leise st\u00f6hnte ich, mein Verlangen lie\u00df kein Denken mehr zu. Wie sch\u00e4umender Sekt perlte die Lust in meinen Adern. Ich f\u00fchlte seine H\u00e4nde, seine Lippen \u00fcberall gleichzeitig, Mein Slip bremste ihn aus. Er z\u00f6gerte, sah mich fragend an. Ich drehte mich ein wenig weg von ihm, strich mit sanften Druck \u00fcber seinen Slip, sp\u00fcrte die geballte pralle H\u00e4rte seiner Pracht, wanderte mit den Fingerspitzen \u00fcber den Stoff und schob meine Hand vorsichtig hinein, befreite sein prachtvolles Argument. Er zog den Slip aus, schob ihn achtlos vors Bett und ich streichelte warme weiche Haut, beugte mich vor und strich mit der Zunge dar\u00fcber, schaute ihn an, umfasste mit festem Griff den Schaft und rieb ein paar mal dar\u00fcber. Ein verhaltenes St\u00f6hnen war eine ganz eindeutige Antwort, ich war auf dem richtigen Pfad. Ich drehte mich noch ein kleines St\u00fcck weiter und meine Lippen umschlossen seine Zuckerstange, ich saugte ihn tief ein, spielte mit der Zunge, leckte am Schaft bis zur Schwanzwurzel und wieder bis zum K\u00f6pfchen. Ich sp\u00fcrte und h\u00f6rte, dass es ihm gefiel. \u201eWarte, ich brauch ein wenig Ruhe, sonst explodiere ich .\u201c Ich hielt inne und kuschelte mich wieder in seinen Arm. \u201eDu machst mich wahnsinnig, ich will mich nicht mehr zur\u00fcck halten.\u201c Er strich wieder \u00fcber meinen Bauch und seine Hand lag ruhig auf meinen Slip und ganz sachte sp\u00fcrte ich wie er ihn abstreifte und mein Slip die Bekanntschaft und Gesellschaft seines Slips vorm Bett erlebte. Seine Finger glitten \u00fcber meinen Bauch mit nur einem bestimmten Ziel, die hei\u00dfeste hoch explosive bestens beh\u00fctete Stelle zu ber\u00fchren. Bei dieser Vorstellung lief mir ein wohliger Schauer den R\u00fccken rauf, lie\u00df meine Lusttr\u00f6pfchen hoch branden und erneut meine Lustmuschel fluten. Unruhig rutschte ich auf dem Laken noch dichter, \u00f6ffnete mein Beine. Seine Finger glitten \u00fcber meine Beininnenseite. ich st\u00f6hnte vor Erregung, berauscht, trunken nicht nur vom Wein, fieberte ich ihm entgegen. Sachte ber\u00fchrte er meine Perle, streichelte \u00fcber meine Scham, er st\u00f6hnte vor verlangender Erregung als seine Finger den Muschelrand passierten und in mein mit fl\u00fcssiger Lust gef\u00fcllten T\u00f6pfchen stie\u00dfen. Leise, ein St\u00f6hnen unterdr\u00fcckend hauchte ich: \u201eKomm zu mir, verf\u00fchr mich, lieb mich, z\u00e4rtlich, ungez\u00e4hmt, sp\u00fcre mich, f\u00fchle mich mit allen Sinnen.\u201c Er legte sich \u00fcber mich, sein Speer glitt auf feuchter Spur \u00fcber den Rand meiner Muschel. Langsam glitt er in mich , jeden mm, jede Sekunde auskostend, stie\u00df er tief hinein. Fordernd intensiv, mit jedem Sto\u00df, tiefer, fester, der Takt leidenschaftlicher, sein Rhythmus verlangender. Sein St\u00f6hnen wurde lauter mischte sich mit meinem leise gehauchten: \u201eIch will alles \u2026&#8230; von dir \u2026&#8230; mit dir \u2026&#8230; ja komm \u2026&#8230; genau so \u2026\u2026 jetzt \u2026\u2026 bitte \u2026\u2026 komm \u2026\u2026.\u201c Ein kurzes innehalten, ein L\u00e4cheln kitzelte an meinem Ohr \u201eJa, komm, ich will sehen, wie du kommst, erleben mit dir, f\u00fchlen.\u201c Heftig ungez\u00e4hmt, unzensiert tief und fest stie\u00df er in meine Lustmuschel, zusammen mit seinen Lusttr\u00f6pfchen tief in mir, explodierte das Feuerwerk in meinem Bauch in den sch\u00f6nsten hei\u00dfesten buntesten Farbnuancen, rieselte durch meinen K\u00f6rper, flutete jede Zelle, fing sich als Echo in unregelm\u00e4\u00dfigen Intervallen wieder in meinem Bauch. Er legte sich auf die Seite neben mich, streichelte \u00fcber meinen Busen, meine Wange, lie\u00df seine Hand auf meinem Bauch ruhig liegen. Mit geschlossenen Augen genoss ich das Nachhallen dieses berauschenden sinnlichen emotionalen Festschmaus \u201eIch bin \u00fcberw\u00e4ltigt, kann es noch nicht wirklich glauben, so himmlisch. Was ist mit dir?\u201c \u201eNichts, einfach nur surreal. Ich kann es auch noch nicht greifen, diese friedvolle Sch\u00f6nheit, diese gef\u00fchlte Tiefe, dieser ganzen Nacht, Du bist da, ich habe diesen einzigartigen Sonnenaufgang mitten in der Nacht mit dir erlebt und ich bin gefangen in dir. Erz\u00e4hl mir, deck mich zu mit deiner Liebe, halt mich ganz fest, bis ich einschlafen bin.\u201c \u201eJa, leg dich dicht an meine Seite, lass dich fallen, erlebe mit mir noch viele solche Augenblicke. Ich w\u00fcnsche mir f\u00fcr diesen magischen Moment ein St\u00fcck Unendlichkeit.\u201c Das Sandm\u00e4nnchen entf\u00fchrte uns beide in seine Traumlandschaft. Erholt wachten wir fast gleichzeitig auf. Naja, er hat mich ganz lieb wach gek\u00fcsst,wie Dornr\u00f6schen fiel mir wieder ein und ich schmunzelte. Nach ein paar kuscheligen z\u00e4rtlichen K\u00fcssen und noch mehr kuscheligen Streicheleinheiten sind wir aufgestanden. Auf dem Balkon tranken wir leckeren Milchkaffee, frisch von ihm zubereitet und serviert. Ich drehte mich zu ihm, sah in sehnsuchtsvolle Augen, sah ein z\u00e4rtliches Versprechen. Er nahm mich sanft in seine Arme, seine Ber\u00fchrung brachte meinen Herzschlag ins stolpern, leise fl\u00fcsterte er liebevoll l\u00e4chelnd in mein Haar: \u201eEs f\u00e4ngt erst jetzt alles an. Sch\u00f6n, dass es dich gibt und du hier bei mir bist \u2026\u2026 \u201c \u201eIch f\u00fchle mich wie Cinderalla, die nicht nur ihren Schuh wieder gefunden hat \u2026\u2026 \u201e hauchte ich zwischen zwei z\u00e4rtlichen K\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr ein paar Tage war ich wegen meiner Geschichten unterwegs und in einem Hotel einquartiert. Auf dem R\u00fcckweg wollte ich ein langes Wochenende bei meinen Freund verbringen und mich dann wieder mehr meinem Geschichten schreiben widmen. Aber meistens kommt es anders als gedacht. Seufz&#8230;. 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