{"id":40,"date":"2020-11-11T23:40:01","date_gmt":"2020-11-11T22:40:01","guid":{"rendered":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=40"},"modified":"2021-01-26T23:07:52","modified_gmt":"2021-01-26T22:07:52","slug":"der-fremde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liyahs-geschichten.de\/?p=40","title":{"rendered":"Der Fremde"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:37px\">Zwei Dinge waren jetzt wichtig f\u00fcr mich. Zum einen musste ich meine Geschichte fertig schreiben. Zum anderen brauchte ich dringend Urlaub. M\u00f6glichst am Meer, zwecks erh\u00f6htem schnellem Erholungsfaktor. Ich mietete also ein kleines Fischerh\u00e4uschen etwas abseits gelegen. Ein paar Sachen waren schnell zusammen gepackt und alles was ich zum schreiben brauchte. Gedankenfreiheit ich komme, l\u00e4chelte ich f\u00fcr mich. Ich ging recht fr\u00fch zu Bett um ausgeruht und vor allem zeitig bei Tagesanbruch los zu fahren. Ein paar entspannte Autostunden und mindestens gef\u00fchlte 2 Liter Kaffee sp\u00e4ter, war ich am Ziel. Mein Navi hat mich gut durch gelotst schmunzelte ich in mich hinein. Wie vereinbart zahlte ich f\u00fcr die ganze Zeit im voraus und bekam den Schl\u00fcssel. Jetzt noch fix ein paar Lebensmittel einkaufen und der Urlaub kann beginnen. Ich fuhr weiter zum Fischerh\u00e4uschen. Was ich sah gefiel mir sehr. Geduckt und gesch\u00fctzt in einem kleinen gepflegten Garten stand es da am Ende der Stra\u00dfe. Rechts vom Haus der Strand und das Meer, links vom Haus weite Felder und hinter dem Haus viel Wald, der am Felsgestein endete, welches steil ins Wasser abfiel. Ich \u00f6ffnete die T\u00fcr und tauchte mit dem Gep\u00e4ck in der Hand in eine andere Welt. Hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Die w\u00fcrzige Luft, die Sonne, die W\u00e4rme, die Ruhe, all das nahm ich gleichzeitig mit allen Sinnen auf und sog dieses Gef\u00fchl tief in mich hinein. Ich verstaute alles mitgebrachte und g\u00f6nnte mir mein Grundnahrungsmittel sprich Kaffee. Der Strand war vom Garten aus durch eine Pforte zu betreten. Rechts konnte man weit, bis zum Dorf, am Wasser entlang laufen. Links endete der Weg nach etwa 50 Metern an ein paar von der Natur scheinbar sinnfrei drapierten Felsen, die genauer betrachtet eine kleine feine Bucht vor Wind und Blicken sch\u00fctzten. Ich \u00fcberlegte dort schwimmen zu gehen. Danach k\u00f6nnte ich bestimmt an meiner Geschichte weiter arbeiten. In Rekordzeit war ich umgezogen und mit Handtuch und Decke ausger\u00fcstet auf dem Weg zur Bucht. Ein herrliches entspanntes freies Gef\u00fchl breitete sich in mir aus. Ich streifte die Sachen ab und ging ins Meer schwimmen. Das warme Wasser streichelte meine Haut und Sonne, Wind und W\u00e4rme mein Seelchen. Erfrischt legte ich mich auf die Decke und genoss die Ruhe. Der warme Wind trocknete mich und streichelte gleichzeitig meine Haut, was f\u00fcr ein himmlischer Genuss. Ich musste wohl einged\u00f6st sein. Jedenfalls war die Sonne ein erhebliches St\u00fcck weiter gezogen. Zum Gl\u00fcck hatte ich einen Schattenplatz gew\u00e4hlt. Einen Sonnenbrand zu haben w\u00e4re sehr suboptimal. Ich ging wieder ins Fischerh\u00e4uschen und da sich mein Hunger meldete f\u00fchrte der Weg ohne Umwege zum K\u00fchlschrank. Ein wenig Obst tat gut und nat\u00fcrlich mein Grundnahrungsmittel Kaffee! Gest\u00e4rkt erkundete ich die Gegend und lief rechts rum direkt am Wasser entlang. Die weiteren H\u00e4user auf dieser Seite waren bewohnt, ob von Urlaubern oder von den Eigent\u00fcmern konnte und wollte ich nicht beurteilen. Je weiter ich am Strand entlang lief, desto mehr Menschen tummelten sich dort und ebenso hoch war auch der Ger\u00e4uschpegel, also machte ich mich auf den R\u00fcckweg.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Mir fiel ein Mann auf, der bei einer kleinen Gruppe stand aber trotzdem wirkte er fehl am Platz, nicht dazu geh\u00f6rend wispert eine kleine freche Stimme in mir zu diesem Bild. Der Fremde wirkte verloren. War er von hier oder auch ein Urlauber, so wie ich? Ich beobachtete die Gruppe f\u00fcr einen Moment, als er sich umdrehte und in meine Richtung schaute, trafen sich unsere Blicke f\u00fcr einen kurzen Augenblick, verfingen sich ineinander. Es trifft mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel mitten ins Seelchen. F\u00fcr einen Wimpernschlag erschien es mir als ob er genauso empfinden w\u00fcrde. Wie gesagt f\u00fcr einen Wimpernschlag. Das warme L\u00e4cheln erlosch und die Traurigkeit in seinen Augen lie\u00df mich nicht los. Ich fragte mich wer oder was ihn so verletzt haben mochte, dass sich die Traurigkeit so stark in den Augen widerspiegelte. Bekanntlich machen N\u00e4chte und Tr\u00e4ume selten das was man gern m\u00f6chte. Diese Erkenntnis traf mich mehr oder weniger unvorbereitet sehr heftig. In dieser Nacht tr\u00e4umte ich also ausgiebig intensiv nicht nur von den traurigen Augen, die mich in dieser Nacht durch meine Tr\u00e4ume begleiteten und nicht aus dem Blick lie\u00dfen, sondern auch von dem Fremden. Meine Phantasie entwickelte ein Eigenleben, kannte in diesem Traum nur Fl\u00fcgel, fast tabulos, aber keine Grenzen. Wie f\u00fchlt es sich an, ihn zu ber\u00fchren oder ber\u00fchrt zu werden? Wie schmecken seine K\u00fcsse? In meiner Phantasie waren wir hier am Strand in der Bucht gesch\u00fctzt vor dem Rest der Welt. Ich lag in seinem Arm, konnte ihn atmen, seine K\u00fcsse schmeckten s\u00fc\u00df und nach mehr. Wir waren im Meer schwimmen. In meinem Traum haben wir uns geliebt, nicht nur verf\u00fchrt und vernascht, sondern wirklich geliebt. Es ging so viel Ruhe und Verstehen von ihm aus. Alles war im Einklang, f\u00fchlte sich so leicht, so gut, so vertraut und so richtig an. Streichelnde H\u00e4nde, seine, meine. Seine Lippen sind den Spuren seiner suchenden, streichelnden H\u00e4nden gefolgt. S\u00fcdlich vom Bauchnabel hat er mich verw\u00f6hnt und mit mir zusammen die Grenzen von Raum und Zeit im Hier und Jetzt neu gestaltet<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Relativ fr\u00fch wachte ich auf. Noch gefangen in meinem Traum, \u00fcberlegte ich irritiert und verwirrt, wie ich das einordnen sollte. So kannte ich mich \u00fcberhaupt nicht. Ich lachte mich selber aus, was hast du blo\u00df f\u00fcr krause Gedanken? Du wei\u00dft rein gar nichts von ihm. Doch wenn ich meine Augen schlie\u00dfe, sehe ich Sein Bild vor mir, wundervolle Augen, Arme die mich umfangen und halten. Sp\u00e4ter als ich aus dem Fenster sah, sa\u00df er allein auf einem der Felsen. Eine Zeitlang blieb er dort und schaute hinaus aufs Meer. Ich freute mich ihn zu sehen, Insgeheim hatte ich es sogar erhofft. Obwohl ich immer noch nichts von ihm wusste und ihn jetzt erst das zweimal gesehen hatte, war er mir vertraut. Den Vormittag verbrachte ich auf der Terrasse. Mir gingen die traurigen wundersch\u00f6nen Augen nicht aus dem Sinn und besch\u00e4ftigten mich. Ich sehnte mich danach in seinen Armen zu liegen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Mittags ging ich ins Dorf zum Fisch essen, also am Strand entlang. Das Restaurant war klein und mit nur ein paar Tischen drinnen und genauso vielen drau\u00dfen ausgestattet. Ich entschied mich f\u00fcr einen der Tische drau\u00dfen und w\u00e4hlte das Tagesmen\u00fc, dazu ein Glas Wein. Beides schmeckte vorz\u00fcglich, sehr harmonisch. Als Nachtisch noch ein Kaffee und beim weggehen sah ich wieder diese wundersch\u00f6nen Augen, die so endlos traurig drein blickten. Der Fremde war wieder mit der Gruppe unterwegs und wieder etwas abseits. Es schienen auch Urlauber zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Ich setzte mich an meine Geschichte, kam auch gut voran. Trotzdem meine Gedanken immer wieder zu den traurigen Augen flogen. Ich h\u00e4tte gern mehr \u00fcber ihn gewusst bzw \u00fcberhaupt etwas. Ich r\u00e4kelte mich und ging im Meer schwimmen. Ich schwamm ein St\u00fcck raus, genoss das warme Wasser. Als ich erfrischt aus dem Wasser kam sa\u00df er wie aus dem Nichts auf dem Felsen und beobachtete mich. So etwas wie ein L\u00e4cheln blitzte f\u00fcr ein, zwei Sekunden in seinen Augen auf, dann hatte die Traurigkeit wieder gewonnen. Ein scheues \u201eHallo, st\u00f6re ich?\u201c l\u00e4sst mich hochschrecken und f\u00fcr einen sehr kurzen Augenblick sehe ich ein warmes L\u00e4cheln in seinen Augen. Ich bin tats\u00e4chlich sehr schreckhaft, aber nicht so schnell sprachlos und krieg auch schnell Kontakt. Aber diese Stimme haut mich um. Nur 3 Worte und ich hab eine G\u00e4nsehaut wie bei 10 Grad minus im Shirt drau\u00dfen. Mir wird bewusst wie selten d\u00e4mlich ich da rumstehe, ihn anstarre und kriege nur ein knappes \u201eNee-nee\u201c raus gestottert. Der Fremde sitzt etwas ratlos, wohl wegen meiner schroffen Reaktion, auf dem Felsen und ich gehe rasch zum Fischerh\u00e4uschen. Es w\u00e4re die beste Gelegenheit gewesen, mit ihm ins Gespr\u00e4ch zu kommen und hab es vermasselt. Oooh man, kommt so eine Gelegenheit wieder? Und wenn ja, wann? Grummelnd schlappe ich in die K\u00fcche und versorge mich mit einem frischen hei\u00dfen Kaffee, als Seelentr\u00f6ster gibt es Schokolade. Den restlichen Tag sitze ich drin, hadere mit mir und dem Rest der Welt. Ans Schreiben brauch ich gar nicht zu denken. Manchmal gibt das Leben bereitwillig eine zweite Chance. Vielleicht hab ich Gl\u00fcck, versuche ich es mir sch\u00f6n zu reden. Ich tr\u00e4ume davon, dass er mich z\u00e4rtlich k\u00fcsst und mich in seinen Armen einkuscheln kann. Der Gedanke l\u00e4sst mich schweben, ich wei\u00df der Fremde geh\u00f6rt zu mir. In Tr\u00e4umen ist halt alles m\u00f6glich. In Tagtr\u00e4umen erst recht.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Heute morgen nutze ich die Zeit, mit viel Kaffee ausger\u00fcstet, die Geschichte weiter zu schreiben. Am sp\u00e4ten Vormittag mach ich eine Pause und geh in der Bucht schwimmen. Auf dem R\u00fcckweg zum Fischerh\u00e4uschen sehe ich den Fremden in einiger Entfernung am Strand entlang gehen. Wie es aussieht ist er auf dem Weg zur Bucht. Der Fremde hat mich auch entdeckt. Wie auf ein stummes Kommando bleiben wir beide v\u00f6llig synchron stehen. Sogar \u00fcber eine gef\u00fchlte Entfernung von 50 bis 60 Metern h\u00e4lt mich sein Blick gefangen. Ein Gef\u00fchl, als ob wir uns schon lange kennen, so vertraut, als k\u00f6nnten wir bis auf den Grund unserer Seelen schauen. F\u00fcr eine gef\u00fchlte kleine Ewigkeit bleibt die Zeit stehen. Es gibt nur uns Beide. Dann ist der Bann gebrochen. Ich bin verwundert, irritiert blinzel ich und schaue genauso selten d\u00e4mlich drein wie in der Bucht. Was passierte da schon wieder, frage ich mich verwirrt. Ich kann es nicht einordnen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Ein paar Schritte und ich bin im Garten. Als der Fremde am Grundst\u00fcck ist bin ich bereits im Haus. Er schaut kurz her\u00fcber, z\u00f6gert und geht dann doch weiter. Hinter der Gardine konnte er mich nat\u00fcrlich nicht sehen. Ich widme mich wieder meiner Geschichte, so richtig klappt es nicht, meine Gedanken fliegen immer wieder davon zu der seltsamen grotesken Szene. Nach ein paar missgl\u00fcckten Schreibversuchen gebe ich es auf. Ich zieh mich um und fahre ins Dorf. Ich hab fast vergessen meine Vorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen. Also Kaffee ist das wichtigste, l\u00e4chel ich f\u00fcr mich. Ich kaufe selbstverst\u00e4ndlich noch ein wenig mehr. Nach dem auspacken und verr\u00e4umen brauch ich erst mal einen Seelchentr\u00f6ster. Also Kaffee und Schokolade.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Das fr\u00fche aufwachen ist echt praktisch, da ist der Tag irgendwie l\u00e4nger zu erleben, oder so \u00e4hnlich, l\u00e4chle ich mein Spiegelbild im Bad an. In Jeans, Shirt und Turnschuhen geht es zum Br\u00f6tchen holen. Geplant ist f\u00fcr heute m\u00f6glichst weit mit der Geschichte zu kommen. Sonst ist mein Urlaub rum und nichts fertig. Am Wasser entlang zum B\u00e4cker und wieder zur\u00fcck, uuuiii ein neuer Zeitrekord. Noch fix ein Bad im Meer \u00fcberlege ich nicht allzu lange und gehe in die Bucht. Ein St\u00fcck schwimme ich raus. Erfrischt kehre ich zur\u00fcck. Der Fremde sitzt wieder auf seinem Felsen, stumm und reglos wie eine Statue und beobachtet mich. Eine gef\u00fchlte Ewigkeit stehe ich reglos im Sand, die Wassertropfen laufen an mir runter und ich schaue ihn nur an. Sein Blick hat sich ver\u00e4ndert. Die Traurigkeit ist einem warmen L\u00e4cheln gewichen, streichelt mich, krabbelt mir unter die Haut. Ich sp\u00fcre wie sich meine H\u00e4rchen aufstellen. Unsere Blicke verfangen sich ineinander, halten sich, lassen sich nicht mehr los. \u201eNaaa duuu, nicht wieder erschrecken.\u201c sagt er leise zu mir. Ich sp\u00fcre, dass die Stimmer nicht an Wirkung verloren hat, ich wieder eine G\u00e4nsehaut bekomme und keinen Ton rauskriege. Ganz langsam ohne hektische Bewegung kommt er zu mir, bleibt ganz dicht vor mir stehen. Ich schmecke seinen Duft. Er hebt mein Handtuch auf und legt es mir um die Schultern. Dabei ber\u00fchrt seine Hand meine Schulter. Es ist wie ein Stromschlag, fegt auf direktem Weg in meinen Bauch. Auch der Fremde h\u00e4lt in der Bewegung inne und lauscht in sich hinein. Wenigstens kriege ich ein zaghaftes, verlegenes L\u00e4cheln zustande. Nicht ganz so gut aber immerhin schon mal ein Anfang. Warum machst du dich bei dem Fremden immer zum Depp fragt mich eine kleine vorlaute Stimme. Nicht jugendfreie Tagtr\u00e4ume hegen aber nicht mal ein Hallo rauskriegen. D\u00fcmmer geht es wohl kaum noch. Vielleicht k\u00f6nntest du ja diese Chance zur Abwechslung mal sinnvoll nutzen, stichelte diese kleine freche Stimme in mir. Wie recht du hast, gebe ich ihr stumm Antwort. Und fl\u00fcstere kaum h\u00f6rbar ein \u201eDanke\u201c. Die Magie des Augenblicks ist noch immer gegenw\u00e4rtig. Der Fremde streicht eine nasse Haarstr\u00e4hne aus meiner Stirn und streichelt dabei fast sch\u00fcchtern mein Gesicht. Einem spontanen Impuls folgend dr\u00fccke ich mein Gesicht in seine Hand. Ein erstaunter, durchaus z\u00e4rtlicher Blick trifft mich. Ich kann die Situation grade nicht greifen. Zaghaft streicht meine Hand \u00fcber seinen Arm. Ein warmes L\u00e4cheln spielt um seine Mundwinkel, als er mich in seinen Arm nimmt. Ich kuschel mich in diese Umarmung. Leise lachend zieht er mich noch ein wenig enger in seine Arme. Er wuschelt durch meine nassen Haare und haucht einen Kuss hinein. \u201eIch kann nicht l\u00e4nger bleiben\u201c, fl\u00fcstert er entschuldigend, \u201ebis nachher?\u201c Der Fremde wuschelt noch einmal meine Haare, l\u00e4chelt mich an, streichelt mich mit seinem Blick und schaut fragend. Ich nicke nur als Antwort und schon ist er fort. Nachdenklich gehe ich ins Fischerh\u00e4uschen. Was bitte war das eben? Klar denken geht irgendwie anders. Ich bin fasziniert was hier gerade f\u00fcr ein Film l\u00e4uft. Hollywood l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Grummelnd schlappe ich in die K\u00fcche mache mir Kaffee. Hoffentlich bringt das ein wenig Ruhe in mein gedankliches Chaos. Die freche Stimme wispert, lass die Finger von dem Fremden. Er ist bestimmt nicht frei, spiel nicht mit ihm. Die zweite Chance nicht wirklich vermasselt aber kl\u00fcger bin ich definitiv trotzdem nicht. Wohl eher noch viel unsicherer als beim ersten Zusammentreffen in der Bucht, von der anderen grotesken Szene ganz zu schweigen. Eigentlich wollte ich weiter Schreiben, kann ich aber restlos vergessen, so konfus geht da gar nichts. Ich sitze also in der K\u00fcche mit Kaffee und starre aus dem Fenster \u00fcbers Meer. Wie lange hab ich da so gesessen? Ich wei\u00df es nicht. Der Kaffee ist alle die Tasse schon kalt. Da steht der Fremde am Gartentor. Die Traurigkeit hat wieder gewonnen, du z\u00f6gerst, ratlos schaust du her\u00fcber zum H\u00e4uschen. Magisch angezogen trete ich auf die Terrasse. Dein Blick ver\u00e4ndert sich, wird weich und liebevoll, fragend, bittend siehst du mich an und wieder nicke ich nur. Sprachlosigkeit scheint dein Dauerzustand bei dem Fremden in seiner Gegenwart zu sein, zwickt mich die freche Stimme. Dein Blick l\u00e4sst mich nicht aus, umarmst mich vorsichtig liebevoll. \u201eF\u00fchlst du genau wie ich? Der erste Blick von dir lie\u00df mich nicht aus \u201c, fl\u00fcsterst du in mein Haar und wuschelst es durch. Es f\u00fchlt sich endlos gut an. Ja, mir geht es genauso, fl\u00fcstere ich leise zur\u00fcck. Wir setzen uns auf die Terrasse, lachen, scherzen, reden viel und lange. Es bleibt nichts unbeantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Ich hab also meine Sprache wieder gefunden. Mein freches Stimmchen war als bald sprachlos, registriere ich l\u00e4chelnd. Immer wieder finden sich unsere H\u00e4nde. Mir f\u00e4llt der Traum aus der ersten Nacht ein. Ich wei\u00df es wird kein Traum bleiben. Du ziehst mich in deine Arme, ich genie\u00dfe jede Ber\u00fchrung von dir. Kuschel mich in deine Umarmung. Dein Kuss, so liebevoll, das z\u00e4rtliche Versprechen, es bleibt bestimmt kein Wunsch offen in unseren N\u00e4chten. Ich streichel sanft dein Gesicht, ziehe die Konturen deiner Lippen nach. Ich sp\u00fcre den Druck deines K\u00f6rpers. Sp\u00fcre mein eigenes ungez\u00e4hmtes Verlangen. Deine Stimme klingt ganz rau \u201eIch will dich, alles von dir.\u201c Dein K\u00f6rper ist angespannt und dein Blick l\u00e4sst mich nicht aus. Deine Ber\u00fchrung geht direkt unter die Haut. Sch\u00e4umt und perlt wie Sekt in meinen Adern. Deine K\u00fcsse brennen hei\u00df auf der Haut, schmecken s\u00fc\u00df, machen s\u00fcchtig nach mehr, wirken berauschend, blenden alles andere, sogar den Weg ins Bett aus. Schicken jeden rationalen Gedanken ins Nirvana. Als Antwort k\u00fcsse ich dich fordernd, auffordernd mit verschmustem Zungenspiel. Ja fl\u00fcstere ich in dein Ohr, dieser Hunger muss gestillt werden. Ich sp\u00fcre wie du dich entspannst. Deine H\u00e4nde grabbeln unter mein Shirt streicheln mich sachte. Ich schlie\u00dfe meine Augen, atme dich. Mit allen Sinnen genie\u00dfe ich jede Sekunde, f\u00fchle dich, deine N\u00e4he, deine W\u00e4rme und dein Verlangen. Ich hab Hei\u00dfhunger auf dich. Ich will dich auch, fl\u00fcstere ich kaum h\u00f6rbar. Ooohjaaa ich will dich und ganz und jetzt und \u00fcberhaupt. Deine H\u00e4nde wissen genau wo sie inne hielten. Finden die Stelle auf Anhieb wieder. Du tust so endlos gut.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:37px\">Am Morgen waren wir schwimmen, den Rest des Tages unzertrennlich. Arm in Arm gekuschelt haben wir einen magisch herrlichen Sonnenuntergang und eine traumhaft sch\u00f6ne Nacht erlebt. F\u00fcr immer in meinem Herzen bleibt diese Erinnerung an unser Kennenlernen. Ich verspreche dir, dass ich alles tun werde, damit diese Traurigkeit nicht wiederkehrt. Ich l\u00e4chel dich an, unser Urlaub ist zu Ende und da wir nicht weit von einander entfernt wohnen, nehme ich dich im Auto mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Dinge waren jetzt wichtig f\u00fcr mich. Zum einen musste ich meine Geschichte fertig schreiben. Zum anderen brauchte ich dringend Urlaub. M\u00f6glichst am Meer, zwecks erh\u00f6htem schnellem Erholungsfaktor. Ich mietete also ein kleines Fischerh\u00e4uschen etwas abseits gelegen. Ein paar Sachen waren schnell zusammen gepackt und alles was ich zum schreiben brauchte. Gedankenfreiheit ich komme, l\u00e4chelte ich f\u00fcr mich. 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